So ködere ich den Musenkuß …

Angepiekt von einem Artikel von der Kittelbiene habe ich darüber nachgedacht, was diese flatterhafte Dame, das sich Muse nennt, für mich als Autorin macht.
Szenen, die von der Muse geküßt sind … Das sind die Szenen, die mir auch am nächsten Tag noch gefallen, nach einem Monat oder einem Jahr. Die mich beim erneuten Lesen zum Lachen bringen, zum Weinen oder zum Nachdenken – habe wirklich ich das geschrieben?

Leider sind diese Juwelen selten. Der Normalzustand sieht anders aus. Da habe ich nach einer Schreibsitzung einen Haufen Worte, aus dem sich mit (mehr oder minder viel) Überarbeitung dieses Juwel noch herausholen läßt. Manchmal leider auch nur Schrott, den ich entsorgen muß.

Wie kriege ich die Muse also dazu, mir beizustehen? Warten, bis sie von alleine kommt, ist keine Option, sonst wird ja nie was fertig. Man sollte ihr schon die Gelegenheit geben, einen heimzusuchen. Aber wie?

So funktioniert es für mich:

1.      Durchhalten. Wenn es nicht läuft, trotzdem weiterschreiben. Nicht aufstehen und weggehen. Sich nicht ablenken lassen. Dranbleiben. Und meistens werde ich dann damit belohnt, daß ich doch in meinen Figuren versinke und sich alles ganz flüssig und wie selbstverständlich vor meinem inneren Auge entwickelt.

2.      Schlafen. Abends über das nachdenken, was eigentlich der Kern der Szene ist, sich die Charaktere vorstellen in der Situation. Und morgens weiß ich dann meistens, wie das auszusehen hat. Aufstehen, hinsetzen, tippen.

3.      Gartenarbeit. Unkraut zupfen ist entspannend, der Körper ist mit mehr oder minder automatischer Tätigkeit beschäftigt und der Geist kann wandern. Da kommen mir Ideen und manchmal Erleuchtungen. Nicht umsonst liegen in der Gartenbutze Papier und Stift.

4.      Reden. Jemandem erzählen, wo ich steckenbleibe. Wahlweise einem anderen Schreiberling oder jemandem, der nicht schreibt, je nach Situation.

5.      Wenn alles nichts hilft … siehe Punkt 1.

Das ist die eine Seite der Muse, die ein bestehendes Projekt für mich am Laufen hält.
Aber dann ist da noch die Kehrseite, wenn die Muse mir unverhofft eine Idee in den Kopf pflanzt, die dann unbedingt gleich ausgeführt werden will. Und das passiert natürlich immer dann, wenn ich gar keine neuen Ideen brauche … Das wandert dann in kurzen Stichworten in dem Ideenordner – damit ich darauf zurückgreifen kann, wenn das scheue Geschöpf namens Muse wieder wo anders unterwegs ist.

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