Kittelkurier – Montagsnachrichten erschüttern Defihausen (Blogsoap)

Was vorher geschah … das Gespräch von EyeIT und Ämpee und Tpatsch’s Weihnachts-Oster-Kisten (Übersicht in der Zentrale beim Monsterdoc)

Ich gehe ja gerne in den Lachenden Gasmann zum Mittag, das Essen ist gut und günstig. Aber gestern, da gab es sogar noch ein besonderes Bonbon als Nachtisch.
Es machte mich schon stutzig, unsere Bürgermeisterin dort zu sehen, das ist sonst nicht wirklich ihre Zeit. Da setze ich mich gleich mal in die Nähe. Und als dann dieser Typ kommt … Ich war mir nicht sicher, aber dann erkenne ich doch den Heini, der letztens in diese protzige Villa eingezogen ist. Was war der doch gleich? Ach ja, Wirtschaftsprüfer …
Es ist schwierig, das Gespräch mitzuhören, aber meine Ohren sind gut. Sehr gut sogar. Aber was ich da höre, kann ich erstmal nicht glauben.

Als die beiden weg sind, breche ich auch schnell auf, ich muß unbedingt recherchieren! So eine Neuigkeit kann ich unmöglich verbreiten, ohne mich abzusichern.
Aber wie kann ich das untermauern? Über Lampe muß ich nicht viel suchen, das habe ich alles im Kopf. Ja, das paßt, was ich da gehört habe. Doch unsere Bürgermeisterin … sie muß schon sehr verzweifelt sein, um so etwas überhaupt nur in Erwägung zu ziehen. Obwohl … sie sah blaß und auch etwas verzweifelt aus, vorhin da beim Essen. War sie nicht auch für ein paar Tage verschwunden? Und hat vorher noch schnell eine Neue für den Katastrophenschutz eingestellt, diese Teterin. Als ob so was in Defihausen überhaupt Sinn hätte … Klingt für mich danach, daß sie einen Sündenbock sucht, falls wieder was schief geht.
In der Redaktion mache ich erstmal meine Mail auf, stutze. Was ist das für ein Absender? Kenne ich nicht, doch ich klicke es trotzdem an.

„Wir beobachten dich.“

Mehr nicht, keine Anrede, ein richtiger Absender. Was soll das denn? Das muß eine Serien-Scherz-Mail sein, Tpatsch erzählte doch auch so was. Oder ob da was dran ist? Das vielleicht sogar zusammenhängt? Egal, die Story ist erstmal wichtiger. Ich ziehe mir das Telefon heran, noch ist’s früh, da kann ich noch ein paar Kontakte anrufen. Ich recherchiere und schreibe, verwerfe, schreibe neu, die Zeit verfliegt.
Plötzlich steht Kuli vor mir. „Was machst du denn hier schon?“
Ich blinzele. Wo kommt der auf einmal her? Ich schaue auf die Uhr. Vier! Ich wische über mein Gesicht … die ganze Nacht … schon wieder. Mist. Wortlos strecke ich ihm den Entwurf meines Artikels entgegen. Er liest die Schlagzeile. Er wird blaß.
Kein Wunder. Seine Frau arbeitet auch im Klinikum.
Er sieht auf. „Bist du sicher?“
„Tot sicher.“
„Woher hast du das?“
Ich zucke nur die Achseln. Das geht ihn nichts an.
Jetzt ist er puterrot im Gesicht. „Bist du wirklich sicher?“
Ich nicke nur, plötzlich hundemüde, weil ich die ganze Nacht nicht geschlafen habe. Aber die Fakten deuten darauf hin, daß es wirklich stimmt, was ich gehört habe. Unglaublich wie das auch ist. Es wird einer Menge Leuten eine Menge Schwierigkeiten machen.
„Das wird der neue Leitartikel! Die Woche mit einem Knall anfangen, das liebe ich!“ Kuli grinst mich an. „Leg dich hin, ich mache den Rest.“
Ist doch erstaunlich, wie schnell er vom besorgten Ehemann zum Nachrichtenhai mutiert. Ich schaffe es, ebenfalls zu grinsen. „Noch einmal überarbeiten, dann kannst du loslegen.“
Er nickt. „Hammer“, murmelt er und schiebt ab in sein Büro. Vielleicht doch seine Frau anrufen.
Ich lasse mich auf meinen Bürostuhl fallen. So macht die Arbeit doch Spaß! Ich nehme mir den Entwurf und freue mich über die gelungene Schlagzeile:

Stadt verhökert das Klinikum von Defihausen zum Schleuderpreis!

Defihausener Nachrichten, Montag 25. Oktober 2010
über den verzweifelten Versuch der Stadtverwaltung, mit der Privatisierung des Städtischen Klinikums die marode Stadtkasse zu sanieren …
von Federkiel

Wer sich in unserer einst schönen Stadt umsieht, wird nicht überrascht sein über das Geständnis der Stadtverwaltung, daß ihre Kassen leer sind. Die Straßen sind marode, um nicht zu sagen, unterhöhlt, vom Bürgermeisterhaus blättert die Farbe ab, und die Rettungsdienstler müssen ihre Wache selbst renovieren, weil kein Geld da ist. Doch das ist alles nichts Besonderes, auch EKG-Dorf und Skalpellstadt kämpfen mit den Finanzen.
Doch wie unsere Stadt mit diesem Dilemma umgeht, das wird die Gemüter unserer Bürger erregen! Ämpee, unsere Bürgermeisterin, hat einen anderen Weg eingeschlagen. Der Verkauf der Städtischen Kliniken soll …

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3 Antworten zu Kittelkurier – Montagsnachrichten erschüttern Defihausen (Blogsoap)

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