Auf Wiedersehen PNG – hallo Defihausen – Blogsoap

Was vorher geschah in Defihausen und in PNG

Erschöpft schließe ich die Tür auf, das Haus ist dunkel und still. Zu still. Gehweg nicht von diesem widerlichen weißen Zeugs befreit, keine Spuren im Garten. Niemand da.
Ich lasse meine Tasche im Flur auf den Boden fallen und schließe die Tür hinter mir. Der Jetlag reibt auf meinen Augen, ich bin müde und aufgedreht zugleich.
Ich tapse durch das dunkle Haus, unwillig, Licht anzumachen. Ich vermisse das hoppelnde Geräusch, das Fluffy immer macht, wenn er hinter mir her kommt. Aber er wollte bei Hendrik bleiben, und ich habe es nicht übers Herz gebracht, ihn von ihm wegzureißen. Was soll ich sagen? Ich wäre ja auch am liebsten in Hendriks Arme gesprungen und bei ihm geblieben.
Ich gehe langsam in die Küche und mache doch Licht. Nein, niemand da. Und schon länger nicht mehr. Flora vermisse ich ja nicht so, aber Dehkah … Wenn ich jetzt eines bräuchte, dann ein kuscheliges Tier zum Festhalten.

Der Kühlschrank ist leer. Ich seufze auf, fülle ein Glas Wasser aus der Leitung. Nein, Abkochen nicht nötig. Ich stürze es hinunter. Es schmeckt doch irgendwie schal.
Ich fülle mir trotzdem noch ein Glas, gehe damit ins Wohnzimmer und lasse mich aufs Sofa fallen. Müde reibe ich über meine Augen. Die Anspannung läßt nach, und ich kann es nicht mehr verhindern … Das Bild drängt sich in meine Gedanken, wie Hendrik in Sydney durch die Kontrollen geht, Fluffy auf dem Arm. Wie er sich umdreht, wie beide noch mal winken. Nur zu mir.
Ich seufze auf, wische über meine Augen. Feucht. Nur die ungewohnte Kälte.
Nachdreh, wie doof. Wäre er doch mit nach Deutschland zurück gekommen, dann hätte es vielleicht … aber so … Ich seufze schon wieder. Keine Ahnung, wie er es geschafft hat, die Quarantäne zu umgehen, um Fluffy mitzunehmen, aber ich bin so lange stehen geblieben, bis sie durch alle Kontrollen durch waren, bis ich sie nicht mehr sehen konnte. Fast hätte ich noch das Flugzeug nach Bangkok verpaßt. Vielleicht wäre es besser gewesen …
Und morgen wieder arbeiten. Ist vielleicht gut so. Ablenkung. Und der Roman … ist mir seltsam egal. Das Leben ist ohnehin verrückter als alles, was ich mir ausdenken könnte. BSEK … Ich schnaufe leise. Würde ich das in einem Buch schreiben, würde es mir jeder Verleger um die Ohren hauen. Und doch sind die Baumis hier in Defihausen, Jumpy, Carsten, Flauschi, Manson, Lilly und Paul. Sie werden mich nur erinnern. Erinnern an Fluffy und …
Ich stürze das Glas Wasser hinunter, schließe meine Augen. Nur kurz.
Geräusche reißen mich aus dem Schlaf, Schlüssel in der Tür. Ich blinzele, erkenne Dehkah in der Tür zum Wohnzimmer. Ich lächle, zum ersten Mal, seit ich wieder hier bin. Ich lasse mich auf den Fußboden nieder. „Hallo, mein Kleiner“, sage ich leise. „Ich bin wieder da.“
Er steht in der Tür, sieht nur an. Er rührt sich nicht.
Flora muß über ihn hinwegsteigen. „Federkiel!“, ruft sie. „Ich dachte, du kommst morgen erst! Ich bin zu meinen Eltern gefahren für ein paar Tage, und ich habe Dehkah mitgenommen, er kann ja nicht allein hier bleiben. Wie war es denn? Schön? War doch sicher langweilig, immer nur Dschungel und so. Und diese ganzen Krabbeltiere. Wieso ist denn deine Hand bandagiert? Hast du mal eine Schlange gesehen? Warum …“
Ihr Gerede schafft es bis zu meinem Ohr, doch das Gehirn schaltet es ab. Ich sehe nur Dehkah an. Er ist sauer, weil ich ihn habe sitzen lassen mit Flora. Ich kann es verstehen, doch sein vorwurfsvoller Blick macht mich noch trauriger. Jetzt läuft doch eine Träne über meine Wange.
Dehkah legt den Kopf schräg, inspiziert mich. Ich schaue zurück, zwinge meine Gedanken weg von Papua Neuguinea, weg von Fluffy. Weg von Hendrik. Zurück nach Defihausen, hin zu Dehkah.
Endlich steht er auf, kommt langsam näher. Ich strecke ihm meine heile Hand entgegen. Doch er bleibt kurz vorher stehen, als will er mich noch einmal warnen, so was nicht wieder zu tun. Ich kann es ihm nicht versprechen und schweige. Er funkelt mich an. Nimm mich nächstes Mal mit, sagt sein Blick. Ich lächele wieder.
Gemessenen Schrittes kommt er das letzte Stück zu mir, und ich lasse mein nasses Gesicht in sein Fell sinken.
Endlich daheim.

Stöckchen und Zentrale beim Chefarzt.

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9 Antworten zu Auf Wiedersehen PNG – hallo Defihausen – Blogsoap

  1. Pingback: Monsterdoc – Arzt Blog, Medizin Satire » Für eine Handvoll Pillen – Die Blogsoap

  2. chefarzt schreibt:

    Willkommen zurück in Deprihausen … aller Anfang ist eben schwer …

  3. Basadai schreibt:

    Bin mal gespannt wie es mir geht, wenn ich in die leere Wohnung am Wochenende zurückkehre. Bin noch in Frankfurt bei einer Freundin geblieben…

    • Federkiel schreibt:

      Heute morgen war ich schon wieder froh, Floras Gerede zu entkommen. Wie schnell doch die Normalität zurückkommt. Aber jetzt hier in der Redak … boh, ich will ins Bett … dabei habe ich schon zwei Tassen Kaffee gehabt.
      Wie gut, daß dann Wochenende ist.

  4. Hesting schreibt:

    Komm doch heute abend mal zum Stollenessen vorbei. 🙂

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