Neues Jahr, neues Experiment

Seit einer Weile spukt etwas durch meinen Kopf, was ich gerne machen würde: ein bisschen präsenter zu sein mit dem, was ich gerade schreibe. Beim nächsten Projekt, habe ich immer gedacht. Da kannst du gleich von Anfang an auf dem Blog dokumentieren, wie es läuft. Die Idee, die Planung, das Schreiben, die Überarbeitung. Was geht gut, was geht schlecht. Wie ich das löse. Alles eben.
Schade, dass das noch so lange hin ist, das nächste Projekt. Würde mich interessieren, ob das funktioniert.
Aber warum warten? Ich werde sicher noch eine Weile an den Frakturen schreiben. Warum hinausschieben? Weil ich schon mitten drin stecke im Projekt? Nicht wirklich ein Grund …

Also starte ich dieses ganz persönliche Experiment und sehe, wie das läuft und ob es mir was bringt, das zu tun. Regelmäßig über die Probleme zu berichten, die ich so hatte und auch die Lösung, wenn ich eine gefunden habe. Ein bisschen mehr nachdenken über das, was ich geschrieben habe. Mal sehen, ob mich weiter motiviert oder ob ich Entschuldigungen schreiben werde (siehe auch hier).
Ich werde jede Woche, sonntags, einen Status abgeben, was ich so getrieben habe die Woche. Ich nehme mir erst einmal den Januar vor, dann sehe ich, ob ich das weiter mache, was ändere oder aufhöre.

Hier also nachgereicht – Woche 01/2011

Ziel? Einfach wieder reinkommen nach der Weihnachtspause in diese schwierige Phase des Buchs

Erreicht? Ja. Es sind fünfeinhalb Tage, die voller Spannungen sind für beide Protagonisten. Wenn ich das Gefühl habe, ich schwimme, mache ich meistens erstmal eine Übersicht, wie sich das zuspitzen soll. Sonst werde ich leicht zu schnell oder bringe Gedanken auf, die erst später kommen müssten. Das hat mich wieder auf Spur gebracht.

Was geschrieben? 50k Frakturen (Samstag Morgen für Robert und Johanna), zwei Artikel für diesen Blog und drei für den anderen.

Fazit? Eine gute Woche, auch wenn ich das Gefühl habe, die Frakturen haken ein wenig. Aber es geht wieder voran.

Textausschnitt: Woche 5, Samstag, 23. Mai 2009, morgens (Park)

Robert lief gerade auf die Kehre seiner zweiten Runde zu, als es zu regnen anfing. Nur ein paar Schritte, dann goss es wie aus Kübeln. Doch es war ihm egal, der Regen passte zu seiner Stimmung. Die Nacht war ganz in Ordnung gewesen. Er hatte zwar tatsächlich von Johanna geträumt, und keine wirklich schönen Sachen, aber immerhin auch nicht so einen entsetzlichen Alptraum wie letzte Nacht. Und einmal hatte er sie sogar in den Arm nehmen können.
Doch da konnte er sich einreden, was er wollte, er erwartete nicht unbedingt das Beste für den Tag heute. Gestern mit Matthias zu reden hatte ihm geholfen. Und auch nicht. Ständig gingen ihm Sätze durch den Kopf, die sein Freund gesagt hatte. Düstere Vorahnungen, dass Johanna sich noch weiter von ihm zurückziehen würde, was noch alles passieren konnte. Dass sich ihre Wut sich irgendwann gegen sie selbst richten würde. Folter hatte Matthias es genannt. Robert verzog das Gesicht. Nein, Johanna selbst hatte das so bezeichnet.
Robert trabte weiter. Der Regen lief durch seine Haare in sein Gesicht und den Nacken hinab, doch es störte ihn nicht. Er war schon so warm vom Laufen, dass es eine willkommene Abkühlung war. Und er genoss es, so allein im Park zu sein, auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Doch seine Gedanken hellte das nicht auf.

Ziel für die nächste Woche? Der Samstag Nachmittag endet für Robert mit einem Rausschmiss aus Johannas Wohnung. Dahin will ich kommen, obwohl mir Montag und Dienstag fehlen.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Schreiberlei, Schreibfortschritt abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Neues Jahr, neues Experiment

  1. Blua schreibt:

    Hallo Petra,

    ich finde die Idee sehr gut, über Schwierigkeiten und Fortschritte bei einem aktuellen Projekt zu posten. In einem Schreibforum, in dem ich angemeldet bin, habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass so ein Revue-Passieren lassen vor sich selbst und anderen und die daraus vielleicht entstehenden Diskussionen oft weiterhelfen können.

    Liebe Grüße und viel Erfolg beim Weiterschreiben!

    P.S: Der Textausschnitt hat mir sehr gefallen, besonders, wie du Roberts Stimmung beschreibst 🙂

  2. Petra schreibt:

    Hallo Blua!
    Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt hier auf dem Blog. Ich schwanke zur Zeit noch zwischen „oh, noch mehr Arbeit“ und „wie spannend“. 🙂
    Freut mich, dass der Text Dir gefallen hat. Ich wusste nicht, ob ich das überhaupt machen sollte, einen Ausschnitt dazuzupacken.
    Rückblenden sind immer problematisch, bremsen den Leser aus. Es ist immer gut, das mit Handlung zu verbinden, sonst wird es zu langweilig. Und es sollte figurenspezifisch sein. Für Robert ist das Laufen eine Methode, ins Denken zu kommen, Dinge zu verstehen, die er erlebt hat. Entscheidungen zu fällen. Es ist witzig, wie unterschiedlich diese Szenen sind. Wenn er gut drauf ist, guckt er dauernd den Joggerinnen hinterher 😉
    Den Regen brauchte ich aber für später auch noch. Passte sich gerade sehr gut.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s