Woche 02/2011: „Hurt the hero!“

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht gibt es hier.

Ziel? Der Samstag Nachmittag endet für Robert mit einem Rausschmiss aus Johannas Wohnung. Dahin will ich kommen, obwohl mir Montag und Dienstag zum Schreiben fehlen.

Erreicht? Nein. Ich habe gemerkt, dass ich mehr Zeit brauche, das vorzubereiten. In meiner Planung steht lapidar: „Es muss etwas vorfallen, was Robert dazu bringt, sich zu fragen, ob es seine Schuld ist.“ Gemeint ist Johannas abweisendes Verhalten ihm gegenüber. Stichwort – „Hurt the hero!“
Schuldgefühle kann er aber nur kriegen, wenn er selbst die Beherrschung verliert. Das tut er nicht so leicht, verliebt wie er ist. Also brauche ich mehr Platz.

Was geschrieben? 51k Frakturen (Samstag Nachmittag für Robert und Johanna), fünf Artikel für diesen Blog (huch, so viele?) und vier für den anderen (meine Güte).

Fazit? Mal wieder die Erkenntnis, dass ich mir zu viel vornehme. Wann lerne ich endlich, dass die Zusammentreffen der beiden Raum brauchen? Aber eine gute Woche, weil mir die Entwicklung gefällt, die ich in Gang gebracht habe.
Und viele, viele Blogartikel …

Textausschnitt: Woche 5, Samstag, 23. Mai 2009, Nachmittag (Johannas Wohnung)

Die Wohnungstür fiel ins Schloss, und ich hörte ihn die Einkaufskiste abstellen. Ich blinzelte. Wo war die Zeit geblieben? Als ob meine Gedanken mich gefangen nahmen, und die Zeit lief einfach weiter.
Schritte. Robert stoppte in der Tür zum Arbeitszimmer. Ich wusste, er sah mich an. Ich biss die Zähne aufeinander. Ich wollte niemanden sehen, ich wollte einfach nur, dass diese Scheiße in meinem Kopf aufhörte.
„Jo? Alles klar?“
Ich krümmte mich wieder etwas zusammen. Nein, wollte ich ihm entgegen schreien. Nichts war klar. Gar nichts.
Ein Schritt. Noch ein Schritt. Ich kniff die Augen zusammen. Ich sah ihn vor mir, das Gesicht leidend und ratlos, was schon wieder mit mir los war. Etwas berührte mich an der Schulter, und ich zuckte zusammen. Ich wollte weg, einfach weg, doch ich konnte mich nicht rühren.
Die Wärme von Roberts Hand sickerte durch meine Kleidung, und ich schauderte, weil sie so viel wärmer war als ich. Er sagte nichts, ließ einfach seine Hand an meinem Rücken liegen. Warm und fest. Trost irgendwie. Ein Versprechen, dass er mir beistehen würde, dass er mich nicht fallen lassen würde. Meine Augen begannen zu kribbeln, und ich kniff sie noch fester zusammen. Ein Teil von mir wollte sich umdrehen, sich an ihn lehnen und seinen tiefen, beruhigenden Herzschlag hören. Sich von ihm beschützen lassen. Doch der große Rest von mir verabscheute meine Schwäche, weil er mich doch nicht wirklich schützen konnte vor dem, was in mir war. Der große Teil wollte einfach nur weg von ihm.
Weg von allem. Allein sein.
Wütend sein.
Damit ich nicht so viel denken musste.

Ziel für die nächste Woche? Die Szene konsequent beenden, bis Johanna Robert rausschmeißt. Sie verbringen den Samstag Abend getrennt. Zumindest einen von beiden will ich fertig kriegen.

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2 Antworten zu Woche 02/2011: „Hurt the hero!“

  1. Blua schreibt:

    Hallo Petra,

    ich kann mir gut vorstellen, dass das Schreiben einer so emotionalen und schwierigen Textstelle auch mal „kniffliger wird“ und sich vielleicht länger hinzieht als geplant.
    Ich glaube, jeder Schreiberling kennt solche Stellen, bei denen man mehr Planen muss als anderen, weil die Situation für die Personen gerade komplizierter wird (muss da gerade an eine Stelle gegen Ende meines ersten Romans denken, das war auch so ein Fall 🙂 ).

    Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg und Spaß beim Schreiben und habe mich gefreut, erneut eine Textprobe lesen zu können. Sie hat mir wieder sehr gut gefallen, besonders, was die Gefühlsbeschreibungen angeht!

    Viele liebe Grüße

  2. Petra schreibt:

    Hi Blua!
    Eigentlich stört mich das nicht weiter, wenn es länger dauert als gedacht, da ich keine Frist habe, zu der ich fertig sein muss. Es dauert so lange wie es dauert, für mich ist wichtig, dass es sich richtig anfühlt beim Schreiben und wenn ich das später noch mal lese. Im Augenblick geht es gut voran 🙂 Und wenn es mir zu deprimierend wird, schreibe ich zum Ausgleich zwischendurch eine andere Szene, die später spielt.

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