Woche 04/2011: Bastelstunden

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt es hier.

Ziel? Roberts (einsamen) Abend beschreiben und damit den Samstag abschließen. Szenenplanung für den Roman-Sonntag machen und vielleicht schon damit anfangen. Viele Außentermine werden mehr verhindern.

Erreicht? Ja.
Und trotzdem fühlt es sich so an, als hätte ich wenig geschafft, weil die Woche voll war von Terminen, und ich immer nur kleine Häppchen schreiben konnte.
Außerdem stand die Planung an, das dauert immer. Ich weiß zwar, was an dem Romantag passieren soll, doch das muss ja in Szenen zusammengefasst werden. Manches wird eine kleine Rückblende, anderes gerafft, vieles ausformuliert. Und hinterher sollte es sich auch flüssig lesen. Das braucht ein bisschen Bastelei. Und bei aller Planung muss auch noch etwas Platz sein für spontane Ideen wie die im Text unten: dass Robert seine Ex trifft, war eigentlich nicht vorgesehen, ist aber eine gute Möglichkeit, ihn vergleichen zu lassen.

Was geschrieben? 35k Frakturen (Samstag Abend und Sonntag Morgen für Robert), vier Artikel für diesen Blog und einen für den anderen.

Fazit? Ich schreibe lieber als zu Planen. Aber das eine geht nicht ohne das andere 😉

Textausschnitt: Woche 5, Sonntag, 24. Mai 2009, Morgen (Fitnesscenter)

Robert zog sich schnell um, nahm seine Sachen und ging in den Trainingsraum. Es war noch recht leer dort, und er ging sofort zum Ergometer. Er schmiss die Sachen auf den Boden, setzte sich auf das Rad, stellte den Widerstand ein und trat in die Pedale. In einer Ecke lief der Fernseher, irgend ein bekloppter Musiksender, doch er schaute trotzdem hin, um sich abzulenken. Er wollte einfach nicht über Johanna nachdenken. Die Nacht hatte ihm schon gereicht.
Er war kaum zehn Minuten auf dem Rad, da sah er sie. Nadine stieg gerade von dem Crosstrainer, der weiter hinten stand. Er schaute weg, wollte nicht mit ihr reden. Doch er sah aus dem Augenwinkel, dass sie auf ihn zu kam. Auch das noch. Er umklammerte den Lenker fester. Da hatte er jetzt gar keinen Sinn für.
„Ach, ist der Herr Doktor auch mal wieder hier?“
„Morgen.“ Er starrte weiter auf den Fernseher.
„Hattest du Angst vor mir?“
Jetzt sah er sie doch an. Sie wirkte noch frisch, vermutlich war sie auch gerade erst gekommen. Nadine baute sich vor ihm auf, stemmte die Fäuste in die Seite, wie immer, wenn etwas sie aufregte. Diese Geste hatte ihn damals auf sie aufmerksam gemacht. So wie das enge Outfit und  ihre Figur. Groß und schlank, genau wie er sonst drauf abfuhr. Aber jetzt interessierte es ihn nicht. „Wieso sollte ich Angst vor dir haben?“
Sie funkelte ihn an, die grünen Augen etwas verengt. „Weil du hier nicht mehr aufgetaucht bist, seit du mich abgeschossen hast.“
Robert betrachtete ihr Gesicht, doch er schaute auf eine Maske. Hatte sie ihm jemals wirklich gezeigt, wie es ihr ging? Er schüttelte den Kopf. Auf ihre wie auf seine Frage. „Ich habe dich nicht abgeschossen, ich habe dir nur gesagt, ich will dich nicht mehr treffen.“

„Ach, sag nicht, du warst die ganze Zeit mit diesem Handnotfall beschäftigt!“
Roberts Magen zog sich schmerzhaft zusammen. Sie ahnte ja nicht, wie sehr sie damit ins Schwarze traf. „Wir sind seid Monaten nicht mehr zusammen, es geht dich nichts an, womit ich beschäftigt bin.“
Sie rollte die Augen. Doch dann veränderte sich ihr Gesicht. Ihr Blick wanderte über ihn. Sie kam einen schnellen Schritt näher, legte ihre Hand auf seine Brust und krallte die Finger in das Shirt. Sie sah zu ihm auf. „Vermisst du nicht unsere Doktorspiele?“, säuselte sie.

Ziel für die nächste Woche? Roberts Sonntag. Da sie sich beide nicht sehen und nicht mal sprechen, kann ich seine beiden Szenen erst beenden und dann wieder zu Johanna wechseln.

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2 Antworten zu Woche 04/2011: Bastelstunden

  1. Blua schreibt:

    Uff, ich kann gleich sagen, dass ich diese Nadine nicht mag, von der Art her, wie sie mit Robert spricht. Wie lange waren die beiden denn zusammen?

  2. Petra schreibt:

    Das ist sein Problem bei der Sache – sie steht auf den Arzttitel, hat aber keinerlei Verständnis für seine Arbeit. Davon mal abgesehen hat sie schon Grund, sauer zu sein. Sie waren vier Monate zusammen (seine übliche Quote zu der Zeit) und er hat ziemlich abrupt Schluss mit ihr gemacht. (Er war übrigens gerade mit ihr im Bett, als der Notruf kam. Johanna weiß das noch nicht …)

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