Woche 05/2011: Dialog über alles

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Ziel? Roberts Sonntag. Da sie sich beide nicht sehen und nicht mal sprechen, kann ich seine beiden Szenen erst beenden und dann wieder zu Johanna wechseln.

Erreicht? Nein.
Aber fast, Montag brauche ich noch, dann ist Johanna wieder dran.
Diese Woche war das mal wieder frappierend – eigentlich war nichts davon vorgesehen, aber in jeder von Roberts Szenen waren auf einmal Gesprächspartner da. Nicht unbedingt über sein aktuelles Problem (darüber würde er mit seiner Ex oder im Krankenhaus nicht sprechen), aber indirekt haben sie ihn zum Denken angeregt. Und es schreibt sich viel leichter, wenn ein Gegenpart da ist.
Was mich ein wenig nachdenklich gegenüber den (zu schreibenden) Szenen von Johanna macht, da sie das nicht hat und mit niemandem spricht. Ich werde versuchen, das mit Aktion zu kompensieren. Sie ist zur Zeit ständig wütend, das treibt sie an. Mal sehen, ob es klappt.

Was geschrieben? 62k Frakturen (Roberts Sonntag), drei Artikel für diesen Blog und einen für den anderen.

Fazit? Wie im echten Leben, geht es im Schreiben im Dialog besser als allein.

Textausschnitt: Woche 5, Sonntag, 24. Mai 2009, früher Nachmittag (St. Elisabeth)

Das Handy begann zu düdeln, und Robert lachte auf. Endlich meldete sie sich! Schnell zog er das Telefon aus der Hose. Doch sein Lächeln gefror, als er Matthias Nummer sah. Er seufzte und nahm ab. „Matthias.“
„Hallo, mein Freund“, sagte Matthias. „Du klingst ja fast so begeistert wie deine Email.“
„Begeisterter“, maulte Robert. Warum hatte das nicht Johanna sein können? Für eine Sekunde war es wieder in Ordnung gewesen.
„Du hast also noch nicht mit ihr gesprochen.“
„Nein.“ Sein Magen zog sich wieder zusammen.
„Wart ihr denn verabredet?“
„Nein.“
„Dann ist sie wahrscheinlich mit Regina unterwegs.“
Robert seufzte nur auf. Wahrscheinlich. Und doch glaubte er  es nicht. Sein Gefühl sagte etwas anders.
„Bist du im Elisabeth?“
„Tibiatrümmerfraktur.“
„Kriege ich auch noch mal mehr zu hören, als einsilbige Antworten?“
„Mir ist nicht nach Laberei“, versetzte Robert.
„Hast du schon gegessen?“
„Nein.“
„Terrys?“
Robert zögerte. Es kam ihm unerträglich vor, heute Abend allein zu sitzen und zu grübeln, doch auf Matthias Gerede hatte er auch keine Lust. Er wollte Johanna sehen, sonst nichts.
„Vergiss es, Robert. Wenn sie sich bis jetzt auf deine Nachrichten nicht gerührt hat, wird das heute nichts mehr. Wir können gefahrlos zu Terry gehen.“
Er wollte das nicht hören. Er wollte nicht daran denken müssen, dass er sie heute nicht mehr sah. Vielleicht nicht mal mit ihr sprechen konnte. Das konnte einfach nicht sein.
„Robert“, sagte Matthias etwas sanfter. „Es ist eine normale Entwicklung, dass sie sich zurückzieht. Das habe ich dir Freitag schon gesagt. Sie braucht das jetzt.“
Aber wieso musste sie sich von ihm zurückziehen? Es hatte ihr doch immer gut getan, mit ihm zu reden, mit ihm zusammen zu sein. Wieso wollte sie das nicht mehr?
„Das wird sich schon wieder geben.“
Und wenn sie morgen nicht in die Sprechstunde kam? Was sollte er dann machen?
„Robert, lass uns zu Terrys gehen.“
Wieder seufzte er. Wieso musste das alles so schwierig sein? „Wenn sie anruft, gehe ich.“
„Ja, sicher.“
Matthias sagte es in einem Ton, der Robert klar machte, für wie unwahrscheinlich sein Freund das hielt. Wieder krampfte sich sein Magen zusammen. Weil er fürchtete, dass Matthias Recht hatte.
„Schaffst du sechs Uhr?“
Ja, er schaffte sechs Uhr. Er brummte seine Zustimmung.
„Bis dann.“
Robert legte auf und stützte den Kopf in die Hände. Scheißtag.

Ziel für die nächste Woche? Roberts Sonntag abschließen, dann Johanna. Ein Tag wird draufgehen, sich auf sie wieder einzulassen. Ich hoffe, die Hälfte ihrer drei Sonntagsszene zu schaffen.

Das ist jetzt die fünfte Woche, ich wollte nach dem Januar gucken, ob ich weitermache. Erstmal ja, denn noch bringt es mir was. Ob sonst noch wem? Keine Ahnung …

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2 Antworten zu Woche 05/2011: Dialog über alles

  1. Blua schreibt:

    Hey Petra,

    ich würde mich freuen, wenn du hier weitermachst, ich lese die Ausschnitte nämlich immer wieder sehr gerne 🙂

    An dieser Textstelle hat mir wieder mal besonders gefallen, wie bildhaft du die Emotionen beschreibst. Inzwischen habe ich das Gefühl, von Robert schon einen guten Eindruck bekommen zu haben und würde gerne noch mehr über Johanna erfahren.

    LG und viel Erfolg beim Schreiben!

  2. Petra schreibt:

    Ja, ich mache erstmal weiter. Obwohl ich jede Woche wieder nicht weiß, was für ein Wochenmotto sich dann ergibt. Ist sehr spannend!
    Robert habe ich heute morgen abgefertigt, jetzt geht es mit ihr weiter, es wird auch am Sonntag etwas von ihr geben. Irgendwie werden die Ausschnitte auch immer länger 😉
    Danke für die Wünsche 😀

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