Woche 08/2011: Selbstläufer

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Ziel? Planung für den Montag in Szenen kleiden und mit Johanna weitermachen. Wäre schön, wenn die Szene in Roberts Sprechstunde fertig wird. Ob das möglich ist, hängt aber von der Planung ab.

Erreicht? Nein, lange nicht.
Aber das ist OK, weil mir in der Planung klar wurde, dass die Szene von Robert vor dem Treffen mit Johanna länger sein muss. Wieder in Robert einzusteigen, fiel mir leicht, und doch hatte es diese Woche wieder was von Aufschieben an sich. Surfen, Twittern, in alten Szenen lesen … das volle Programm. Normalerweise freue ich mich auf die Szenen zwischen Robert und Johanna, das sind Selbstläufer, schreiben sich von allein und machen Spaß. Auf diese jedoch freute ich mich nicht gerade, weil sie ihn nur anmault und seine Kontenance damit sehr testet. Aber als ich dann mal drin war in der Szene … da lief es und ich wollte am liebsten gar nicht aufhören 🙂

Was geschrieben? 65k Frakturen (Johannas Morgen, Roberts Mittag, Treffen der beiden (Anfang)), zwei Artikel für diesen Blog.

Fazit? Zwei gute Figuren, konträre Vorsätze – und schon läuft die Szene.

Textausschnitt: Woche 5, Montag, 25. Mai 2009, Morgens (Krankengymnastische Praxis und Weg nach Hause)

Marlene lächelte und hielt mir die Schlinge hin. Ich steckte meinen Arm hindurch und legte das Ding um. Ich wollte aufstehen, doch sie stand noch vor mir. „Soll ich mir das Pflaster mal ansehen? Ihnen ein neues aufkleben?“
Eines, das nicht so dilettantisch auf dem Finger war, oder was? In mir krampfte sich schon wieder alles zusammen. Ich schüttelte den Kopf. „Geht schon.“
Sie sah mich einen Augenblick länger an, trat dann zögerlich zur Seite. „Tun Sie sich was Gutes, Frau Escher.“ Sie lächelte. „Ich habe den Eindruck, Sie können das heute gebrauchen.“
Und was bitte sollte das sein? Sie hatte ja keine Ahnung, was passierte, wenn ich zur Ruhe kam, was in meinem Kopf abging, wenn die Wut die Erinnerungen nicht zurückhielt. Aber ich wollte ums Verrecken nicht das mit ihr diskutieren und nickte nur. Ich wollte bloß weg hier.
Sie lächelte. „Bis morgen, Frau Escher.“
Ich nickte und ging ohne noch was zu sagen. Ich stapfte einfach aus der Praxis, raus auf die Straße. Ich war schon ein Stück die Straße entlang, als mir auffiel, wie kalt es war. Ich hatte meine verdammte Jacke vergessen! Aber ich hatte keinen Bock wieder zurück zu gehen. Mir war doch eh dauernd kalt, da machte das jetzt auch nichts mehr.
Doch nach Hause zog mich nichts. Ich musste putzen, diese Scherben aus meiner Küche kriegen. Die restlichen großen Stücke einsammeln. Das Blut wegwischen. Die Klamotten waschen. Ich blieb stehen und schloss kurz die Augen.
Putzen. Waschen. Aber vor allem eines drehte mir den Magen um – die Orthosprechstunde. Am liebsten würde ich nicht hingehen. Was sollte ich auch da? Wir hatten doch gerade erst Konzil gehabt. Was sollte es ausmachen, wenn ich nicht hinging? Und meine Hand tat eh noch weh von der Krankengymnastik, das war es sowieso besser, etwas Ruhe zu haben. Und dann auch noch der Bus … so viele Leute …
Doch das war nicht das eigentliche Problem.
Robert war das Problem.
Es graute mir.
Graute mir vor Robert.
Weil ich keine Bock hatte, über Samstag zu sprechen oder mich zu rechtfertigen, warum ich ihn gestern nicht hatte sehen oder sprechen wollen. Weil ich keinen Bock auf seinen leidenden Gesichtsausdruck hatte. Glaubt er denn, ich konnte mich damit auch noch beschäftigen? Meine eigenen Gefühle waren mir mehr als genug, da brauchte ich seine nicht auch noch.

Was steht als nächstes an? Die gemeinsame Szene von Robert und Johanna beenden, dann habe sie beide jeweils eine Szene am Abend allein.

Randbemerkung der Woche: Konkrete Pläne, was ich schreiben will, werde ich nicht mehr machen. Es setzt mich unter Druck, und das ist völlig unnötig. Ich habe keinen Termindruck mit dem Projekt, wichtig ist mir nur, kontinuierlich zu arbeiten daran. Deswegen wird aus „Ziel für nächste Woche“ eine Aufstellung, was als nächstes dran ist.

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