Lemmys Weisheiten

Letztens haben wir eine Dokumentation zu Motörhead gesehen und natürlich hat Lemmy einen Großteil der Show bestritten. Nicht alles konnte ich unterschreiben, was er so sagte, aber es waren auch ein paar interessante Sachen dabei, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Unter anderem sagte er (etwas „blumiger“ als ich jetzt – wer ihn schon mal hat reden hören, weiß, was ich meine ;-)), dass man das machen muss, was man im Herzen hat und sich nicht danach richten soll, was andere sagen. Er bezog das auf die Musik von Motörhead, die nun nicht gerade Mainstream ist, schon gar nicht als er damit angefangen hat.

Ich habe mich als Schreiberling in dieser Aussage gleich wiedergefunden. Die anderen, das Außen – der ist der Kopf, der ständig alles analysiert. Das Herz ist das Gefühl, die Kreativität, das spontane „das kommt jetzt gerade so“. Für mich ist es ein ständiger Streit zwischen den beiden. Im Kleinen (um einen Satz, einen Absatz, eine Szene, ein Kapitel) wie im Großen (wenn es um ganze Projekte geht).

Lemmys Aussage erinnerte mich an die kleine Diskussion, die wir auf dem Fiftyfiftyblog hatten (bezüglich des Schreibstils) und an ein Gespräch mit einer Freudin, die sich beklagte, dass sie jetzt einen Krimi schreiben „müsse“ und ihr eigentliches Projekt brach liegt. Bei mir hat das Herz über ein Jahr gebraucht, ehe es meinen Kopf überzeugt hatte, dass ein Liebes-Arzt-Roman geschrieben werden muss, nicht etwas, das sich vermarkten lässt.  Zwei Jahre ist das nun schon gut gegangen, sehr gut sogar. Es ist wunderbar, wenn die beiden sich einig sind. 😀
So viel Feuer und Leidenschaft spiegelt sich dann auch bei mir im Text wider, macht ihn lebendiger, gefühlvoller, bewegender, authentischer. Besser als es jede Kopfarbeit sein könnte.

Wenn das Herz sich meldet – warum nicht darauf hören? Ich glaube, auf lange Sicht fährt man besser damit. Auch wenn der Kopf immer mal wieder versucht, die Oberhand zu gewinnen 😉

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2 Antworten zu Lemmys Weisheiten

  1. Siliel schreibt:

    Ich finde auch, dass man machen sollte, was man will. Wenn man das Schreiben sehr gern mag, warum sollte man dann etwas schreiben, was einem keinen Spaß macht?

    Und übrigens: Ich finde Lemmy cool.

  2. Federkiel schreibt:

    Hallo Siliel!
    Willkommen auf meinem Blog!
    Ich kenne einige, die zum Beispiel historisch schreiben statt Fantasy, weil sich das besser verkaufen lässt. Oder einen zweiten Band schreiben „müssen“, weil der Verlag das will. Oder sich gegen ein Thema wehren (so wie ich ;-)) …
    Und manchmal hapert’s auch daran, nicht zu wissen, was das Herz denn will … Es ist nun mal ein kreativer Schöpfungsprozess, der sich nicht immer so steuern lässt, wie man (=der Kopf) das gerne hätte. Und das ist für mich das Spannende daran 😉

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