Woche 09/2011: den Schwung aufrecht halten

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Was lag an? Die gemeinsame Szene von Robert und Johanna beenden, dann haben sie beide jeweils eine Szene am Abend allein.

Was geschafft? 75k Frakturen (den gemeinsamen Nachmittag, Roberts Abend), zwei Artikel für diesen Blog.
Die gemeinsame Szene habe ich locker geschafft, das ging so weiter wie angefangen – es lief und lief. Auch wenn beide nicht bester Stimmung waren, ich hatte morgens richtig Lust, weiterzuschreiben. Das hat mich durch die ganze Woche getragen, Roberts Abendszene ist auch geschafft, Johannas Szene zumindest durchgeplant, sie steht aber noch am Anfang. Diese Woche hatte ich keine Lust auf Ablenkung.
Wie also kann ich den Drive beibehalten? Roberts Abendszene habe ich relativ kurz gehalten, mit Johanna werde ich es ebenso machen. Mal sehen, ob ich dann den Schwung dieser Woche aufrecht halten kann.

Fazit? Straffen und sich aufs Wesentliche beschränken hält auch die Autorin bei der Stange.

Textausschnitt: Woche 6, Montag, 25. Mai 2009, früher Nachmittag (Krankenhaus)

Was war an „ich brauche meine Ruhe“ nicht zu verstehen? Ich starrte in Roberts Gesicht, die Sorgenfalte zwischen seinen Augenbrauen wieder sehr tief. Er sah leidend und ratlos zugleich aus.
Robert kam einen Schritt auf mich zu, schaute mich unverwandt an, doch ich sah weg. Ich wollte sein Leid nicht sehen. Mir war das alles zu viel. Zu viel. Warum tat er das? Mich so unter Druck zu setzen? Er streckte die Hand aus, und ich erstarrte. Ich wollte einfach weg. Allein sein. Als seine Finger meinen Arm berührten, zuckte ich zusammen, doch er nahm seine Hand nicht fort.
“Johanna? Ich mache mir Sorgen um dich, ich … wenn wir nicht sprechen. Das hat dir doch immer gut getan.“
Hatte es das? Ich konnte mich nicht mehr erinnern. Aber es war egal, ich wollte es nicht mehr.
„Es ist wichtig, verstehst du? Dass wir sprechen. Wichtig für uns.“
Ihm vielleicht, aber mir nicht. Ich wollte nicht sprechen, mit niemandem, keinen sehen, mich verkriechen. Warum kapierte er das nicht?
Sein Daumen strich über meinen Arm. „Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst.“
Aber ich brauchte ihn nicht, ich brauchte nur endlich meine Ruhe. Ich biss die Zähne aufeinander und ging einen Schritt von ihm weg. Roberts Hand fiel von mir ab.

Was sollte er nur tun? Er verlor sie. Verlor sie an die Erinnerungen, an den Arsch, der ihr das angetan hatte. Doch mehr als sagen, dass er für sie da war, konnte er nicht. Sonst machte sie noch mehr dicht. Er traute sich nicht mal, sie zu fragen, ob er anrufen durfte. Sie würde nein sagen, und das wollte er nicht hören.
„Lass mich dir helfen, Jo. Bitte.“
Sie fuhr wieder herum, starrte ihn mit diesem eisigen Blick an. Ihr Atem ging zu schnell, und er sah den Puls hektisch an ihrem Hals schlagen. Wieder ballte sie die Hand zu Faust. „Du kannst mir nicht helfen“, stieß sie hervor. „Niemand kann das.“
Sie wandte sich ab, zwei Schritte später war sie an der Tür und hinaus.
Robert glotzte auf die offene Tür. Was sollte das heißen, niemand konnte ihr helfen? Er schwankte, als hätte ihm jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Dann stürzte er zur Tür, doch Johanna war schon halb den Gang entlang. Am liebsten wäre er hinter ihr her gerannt. Die andere Patienten beäugten ihn neugierig, doch das war ihm egal. Aber es würde eh keinen Unterschied machen. Sie würde jetzt nicht reden.
Johanna verschwand um die Ecke.
Es fühlte sich so an, als wäre es für immer.

Was steht als nächstes an? Johannas Abend beenden, dann den Roman-Dienstag planen (schön schlank, bitte) und anfangen zu schreiben.

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