Woche 10/2011: Atem holen und weiter

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Was lag an? Johannas Abend beenden, dann den Roman-Dienstag planen (schön schlank, bitte) und anfangen zu schreiben.

Was geschafft? 48k Frakturen (Johannas Nachmittag, Abend und frühen Vormittag), zwei Artikel für diesen Blog, einen für den anderen.
Die gesamte Planung für den Dienstag habe ich nicht geschafft, ich habe nur grob sortiert. Ich hatte ein tolles, schreibfreies Wochenende, aber die Zeit fehlt da natürlich für solche Basteleien.
Johannas Szenen sind länger geworden, als ich eigentlich wollte, doch ich habe mich dennoch längenmäßig am Riemen gerissen. Ich bin zufrieden, aber insgesamt waren ihre Szenen zäher als Roberts letzte Woche. Doch im Zug nach Hause lief es wieder richtig gut – das schreibfreie Wochenende hat mir da gut getan.

Fazit? Mal einen Tag nicht zu schreiben, bringt neuen Elan. Also mal einen freien Tag einplanen? Ausprobieren.

Textausschnitt: Woche 6, Montag, 25. Mai 2009, Abend (Johannas Wohnung)

Ich zog mir mein Tagebuch heran. Das brachte doch alles nichts … nicht mehr. Ich schauderte, und meine linke Hand auf dem Buch zitterte jetzt. Sie war wieder eiskalt … so wie alles an mir. Ich schlug fahrig die Seiten um, starrte auf meine krakelige Handschrift. War das nicht auch schon mal besser gegangen? Ich hatte auf einmal das Gefühl, dass alles wieder schlechter wurde. Das, was ich schon erreicht hatte, brach wieder unter mir weg. Mein Magen schnürte sich zusammen, und ich holte stockend Luft. Warum? Warum verlor ich es wieder?
Dann fiel mein Blick auf einen kleinen Schnipsel, der oben aus den Seiten herauslugte. Das Foto … Mein Hals wurde eng. Ich zitterte noch mehr, als ich langsam das Blatt hervor zog. Ich schloss die Augen dabei, weil ich Angst hatte, es anzusehen. Das Foto, das Robert auf der Parkbank von mir gemacht hatte. Das Foto, auf dem ich so lachte.
Ich sah es ohnehin vor mir, also öffnete ich doch die Augen. Ich sah mich selbst, wie ich in die Kamera lachte, richtig lachte, die Augen etwas verengt, den Mund geöffnet. Ich lachte.
Meine Augen begannen zu kribbeln. Es war unerreichbar.
Die Wut fuhr wieder in meine Eingeweide. Warum musste ich dieses verdammte Bild auch hier hinein tun? Warum hatte ich das gemacht? Es war ein Hohn, es jetzt anzusehen. Ich konnte nicht mehr lachen, ich konnte nicht mehr mit Robert durch den Park gehen, ich ertrug ihn nicht mehr.
Ich stopfte das Foto zurück zwischen die Seiten, es zerknitterte, doch es war mir egal. Nur weg. Ich wollte es nicht mehr sehen. Konnte es nicht mehr sehen.
Zeugnis meines Verfalls.
Ich erstarrte. Nein, ich war nicht verfallen. Dass es mir besser gegangen war, das war die Illusion gewesen. Ich hatte nie wirklich das Problem gelöst, hatte es nie geschafft, auch nur etwas davon zu verarbeiten.
Nichts.
Ich umklammerte den Stift und starrte auf das weiße Papier, die grauen Linien. Was hatte ich alles schon geschrieben, Seite um Seite, und nichts hatte ich erreicht. Meine Seele war noch so kaputt wie vor ein paar Wochen. Die Gespräche mit Matthias, Roberts Bemühungen, Reginas Fürsorge. Nichts machte einen Unterschied. Ich war kaputt im Innern.
Und ich wusste nicht, ob es sich reparieren ließ.

Was steht als nächstes an? Die Planung für den Roman-Dienstag machen, und dann Johannas Vormittag beschreiben. Vielleicht komme ich bis zu Roberts erster kurzer Szene am Mittag.
Freier Tag: Samstag.

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