Woche 16-17/2011: Sehnsucht nach mehr

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Was lag an? Roberts Mittwoch zu Ende, dann mit ihm weiter bis zur Auflösung der aktuellen Krise.

Was geschafft? 58k Frakturen (Roberts Mittwoch).
Halbe Ausbeute in den beiden Wochen, aber das war zu erwarten, da ich viele Außentermine hatte. Die Zeichen kamen durch wenige, dann aber lange Schreibsitzungen zusammen, deswegen habe ich jetzt nicht das Gefühl, dass der Fluss fehlte. Aber ich wäre gerne weiter gekommen … es bleibt die Sehnsucht zurück, dass ich wieder mehr Zeit zum Schreiben haben möchte. Gutes Zeichen 🙂

Fazit? Schön, festzustellen, dass einem das eigene Buch fehlt, wenn man nicht so viel Schreiben kann.

Textausschnitt: Woche 6, Mittwoch, 26. Mai 2009, Abend (Matthias Haus)

„Es macht mich fertig.“
„Aber es hat dich auch schon sehr glücklich gemacht.“
Robert seufzte auf, zog wieder die Brieftasche hervor. Er klappte sie auf, schaute auf Johannas Bild. Er war so voller Sehnsucht nach ihr. Er wollte sie einfach nur halten, alles Böse von ihr fern halten. Wollte sie wieder lachen hören. Ihre Hand in seiner spüren. Und plötzlich musste er daran denken, wie fassungslos er gewesen war, als er den einen Abend zu ihr gekommen war, sie hatte allein gekocht, weil er am Tisch gestanden hatte. Dass sie nicht sauer gewesen war, obwohl er nicht angerufen hatte. Glücklich? Er nickte. „Ja, das hat sie.“ Er sah auf. „Wie schafft sie das? Ich bin doch sonst nicht so.“
Matthias lächelte etwas. „Sie berührt dein Herz, mein Freund.“ Er schlug Robert sanft gegen die Schulter. „Und auch wenn es dir gerade schlecht geht, ich finde das gut, dass eine Frau das in dir auslösen kann.“
Robert schnaufte. Er kam sich vor wie eine Memme. Seit er Johanna kannte, hatte er mehr geheult als in all den Jahren zuvor. Er schüttelte ungläubig den Kopf.
„Ein bisschen mehr Gefühl tut dir gut.“
„Ach ja?“ Robert verzog das Gesicht. „Gerade hast du mir noch gesagt, ich soll mich am Riemen reißen.“
„Da ging’s um das Elisabeth.“ Matthias lächelte. „Der Oberarzt darf kalt und arrogant bleiben. Aber der private Robert, dem tut das gut.“
„Das ist doch Bockmist.“ Er wandte sich ab.
„Ist es nicht. Du bist nur nicht mehr gewohnt, das auseinander zu halten.“
Er fuhr herum. „Und sonst bin ich auch privat kalt und arrogant oder was?“ Er wurde schon wieder wütend. Diese Psychokacke immer!
Matthias sah ihn ungerührt an. „Nicht so extrem wie im Elisabeth, aber im Grunde ja. Nicht zu uns, Robert, das meine ich nicht. Aber nachdem Sophia dich rausgeschmissen hatte, hast du dich auf keine Frau mehr richtig eingelassen. Auch wenn du mit ihnen ins Bett gegangen bist, du warst kalt. Emotional nicht wirklich beteiligt. Und wenn sie dir nicht mehr passten, hast du sie ausgewechselt.“ Er zuckte die Achseln. „Kalt und arrogant.“
Hart wie es klang, von der Hand weisen konnte Robert das nicht. Er war wirklich so geworden, nachdem es mit Sophia auseinander gegangen war. Doch er schüttelte den Kopf und brummte etwas Unverständliches.
Jetzt lächelte Matthias. „Und deswegen finde ich es gut, dass wieder eine durchgeschlagen ist.“ Sein Lächeln verblasste. „Nur wäre es mir lieber gewesen, du hättest eine andere …“
Robert schüttelte den Kopf. Nein, es gab keine andere mehr für ihn.

Was steht als nächstes an? (Immer noch) Roberts Mittwoch zu Ende, dann mit ihm weiter bis zur Auflösung der aktuellen Krise.

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