Der eBook-Reader – erste Erfahrungen

Mein neuer eBook-Reader ist auf die Dienstreise mitgefahren, lange Zugfahrt bedeutet Zeit zu Schreiben und Zeit zu lesen. Ich hatte mir eine Schutzhülle gekauft, weil es dem Reader nicht so ergehen sollte wie meinem letzten Taschenbuch. Ich habe eine Lederhülle genommen, die sich gut anfühlt und angenehm in der Hand liegt.

eBook-Reader, in Leder gebunden

eBook-Reader, in Leder gebunden

Die Reise fing damit an, dass ich erstmal unplanmäßig auf dem Bahnsteig herumstand. Also packte also meinen Reader aus, und experimentierte, wie ich ihn am besten einhändig halten könnte im Stehen. Da hatte ich schnell eine sehr angenehme Lösung gefunden: Zeigefinger zwischen die beiden Lederrücken, die restlichen Finger unter das Gerät. Liegt gut in der Hand, ist sicher und der Daumen ist frei zum Blättern.

sicher, bequem, leicht - eBook-Reader mit Hülle

Man blättert, indem man über das Display wischt. Ich musste am Anfang erstmal üben, wie es am besten geht, aber nach ein paar Minuten ging das Wischen problemlos sowohl rechts wie links 🙂
Es gibt aber auch Tasten zum Umblättern, wenn man das möchte. Man kann auch zu einer bestimmten Seitenzahl springen oder einen (virtuellen) Schieberegler benutzen, um an eine Stelle weiter hinten zu blättern. Am Gerät ist ein kleiner Stift, wie ich in von meinem Navi kenne, damit geht das Blättern auch gut.

Der Zug kam endlich, ich fläzte mich in den Sitz und probierte weiter. Man kann Lesezeichen setzen, Textstellen markieren, Textnotizen machen oder sogar Zeichnungen erstellen. Die Schriftgröße lässt sich einstellen. Gelesen habe ich auf S. XS hätte ein Lupe gebraucht, doch es ging auch hoch bis XXL. Da waren dann nur noch ein paar Worte auf dem Schirm. Sinniger wäre gewesen, zumindest M als Standard zu haben, damit man in beide Richtungen gehen kann.
Aber ehe ich es mich versah, war ich im Buch versunken, blätter-wischte ohne es wirklich zu merken und las und las. Das Medium eBook hat mich nicht vom Inhalt abgelenkt, ich habe einfach gelesen ohne noch daran zu denken, dass es keine Papierseiten waren. Am Ende der Dienstreise hatte ich 2/3 des Buchs gelesen (280 Seiten), und der Akku hatte immer noch seine vier Balken. Super!

Woher kriege ich so ein eBook? Der Sony eBook-Reader stellt das epub-Format da, in den meisten online-Buchhandlungen wird das verkauft. Ich hatte im Vorfeld ein paar Bücher gekauft, damit ich ordentlich testen kann. Die Auswahl ist leider (noch?) nicht so üppig, viele Krimis und Thriller, aber weniger SF oder Fantasy. Es gibt meistens die Bestseller zu kaufen. Englische Bücher gibt es auch in den deutschen Shops, das Kaufen über englische Seiten ist wohl mittlerweile schwierig geworden. Schön ist, dass der Reader etliche Lexika dabei hat, so kann man mit einem Doppeltipp auf das Wort sich gleich die Übersetzung anzeigen lassen.

Natürlich folgen ein (kleine) paar Aber. Auf dem Display steht natürlich, wie weit man gekommen ist beim Lesen, aber bei einem Buch fühlt man eben, ob man gerade in der Mitte ist oder ob das Ende naht. Ich habe das eBook inzwischen zu Ende gelesen, und dieses „oh jetzt kommt das Ende“-Feeling fehlt. Nicht schlimm, aber es fehlt. Genauso wie das Gefühl, wie dick ein Buch eigentlich ist.
Es gibt ein Titelbild beim eBook, aber das ist natürlich schwarz-weiß. Sinnigerweise merkt sich der eBook-Reader auch, wo man aufgehört hat zu lesen und springt da gleich hin. Man sieht also selbst die SW-Version des Covers nicht mehr wirklich. Schade.
Ich habe dann das nächste Buch angefangen. Gleiches Schriftbild. Gleiches Gefühl in der Hand.
Gleich.
Geht die Individualität eines Buchs verloren, weil es keine Unterschiede mehr gibt? Oder wird damit das Augenmerk mehr auf den Text gelenkt? Das kann ich noch nicht sagen, dazu muss ich erst ein paar Bücher lesen.

Dieses eine eBook habe ich jedenfalls sehr schnell gelesen. Und das ist ein gutes Zeichen, sowohl für das Buch wie auch für das Gerät. Ich habe den Kauf nicht bereut. Und während die Dame eine Sitzreihe weiter ihr fettes, gebundenes Buch in ihre Tasche quetschte, habe ich die Hülle über meinen eBook-Reader geklappt und ihn schnell in der Seitentasche verstaut. 😀
„Echte“ Bücher wird der eBook-Reader für mich nicht ersetzen, aber er ist eine gute Ergänzung für meine Bibliothek und auf Reisen jetzt sicher immer dabei.

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2 Antworten zu Der eBook-Reader – erste Erfahrungen

  1. Eva Maria Nielsen schreibt:

    Halo Petra,
    danke für die eBook-Reader Tips! Ich habe schon mehrmals in den Geschäften mit den Readern geliebäugelt, mich aber noch nicht entscheiden können. Eben aus den gleichen Gründen wie du sie in dem anderen Beitrag schilderst. So sind deine Erfahrungen für mich Gold wert!

    • Petra schreibt:

      Ich hatte das Teil heute mit und habe es zwei Freundinnen gezeigt. Lustigerweise war ihre Reaktion genau wie meine zuvor und auch Deine – ich habe lieber ein Buch in der Hand. Dann haben sie ein bisschen damit herum gespielt, gut zu lesen, naja, ist ja nicht schlecht, wenn man viel unterwegs ist. Ich mag auch lieber ein Buch in der Hand haben (obwohl das mit der Lederhülle sehr angenehm ist), aber es gibt Situationen, das ist es mit dem Reader einfacher, bequemer, leichter, flexibler. Ist eine gute Ergänzung, für mich jedenfalls 🙂

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