Woche 19/2011: Lange Umsteigezeit

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Was lag an? Wieder etwas Abstand gewinnen von Robert, Einarbeiten in Johanna. Weiter im Text (Dienstag Nachmittag).

Was geschafft? 16k Frakturen (Johannas Dienstag Nachmittag).
Wie erwartet war die Umstellung von Robert auf Johanna nicht einfach. Ich bin ein ganzes Stück zurückgesprungen an den Tag, wo die Isolationstendenzen anfingen und habe mich wieder eingelesen. Die Teile, die „nur Robert“ waren, habe ich dabei ausgelassen, weil der Fokus jetzt auf Johanna liegt.
Es war interessant, das nach so langer Zeit wieder zu lesen (die Texte sind aus Dezember). Johannas Szenen kommen mir zu lang vor, schlecht sind sie aber nicht. Lieber mag ich allerdings die, in denen beide zusammen sind. Da geht die Post ab!
Johanna hat einen Hang zum Lamentieren. Nicht, dass sie keinen Grund hätte, aber auf die Dauer ist das etwas ermüdend zu lesen. Ich werde versuchen, das etwas im Zaum zu halten.
Geschrieben habe ich (auch wie erwartet) nicht viel diese Woche. Umsteigen kostet Zeit.

Fazit? Wer mehrpersonal schreibt, muss auch Zeit einplanen von einer Figur zur anderen zu wechseln.

Textausschnitt: Woche 6, Dienstag, 26. Mai 2009, Nachmittag (Johannas Wohnung)

Langsam ging ich hinaus auf den Balkon, vor bis ans Geländer. Die Sonne war hell, gleißend. Ich schloss die Augen gegen das Licht, umklammerte das Geländer.
Doch die Sonne wärmte mich nicht. Sie erreichte meine Seele nicht. Sie schien auf meine Haut, auf mein Gesicht, doch die Kälte in mir blieb davon unberührt.
„Hallo Johanna!“, rief jemand.
Die Stimme kam von unten, von der Straße. Ich zwang meine Augen auf, blinzelte und wandte den Kopf. Sabine. Ich sah sie an, sagte aber nichts. Sie stand unten, angezogen fürs Büro, sie kam wohl gerade nach Hause. Was musste sie mich hier sehen?
Sabine legte eine Hand über die Augen und sah zu mir hoch. „Alles klar bei dir?“
Nein, nichts war klar. Es ging mir beschissen. Warum ließen mich nicht alle in Ruhe? Ich zwang mich zu einem Nicken. Lächeln konnte ich nicht.
„Soll ich nachher mal rauf kommen? Vielleicht kann ich helfen?“
Vehement schüttelte ich den Kopf.
Sabine runzelte die Stirn. Aber ehe sie was erwidern konnte, sagte ich laut: „Ich bin immer so müde, ich schlafe nur.“ Meine Stimme klang komisch. Belegt. Nicht wie meine. „Nicht heute“, setzte ich noch hinzu.
Sie schürzte die Lippen, nickte dann aber. „OK. Ich bin dann aber zwei Tage auf Dienstreise.“
Ich seufzte auf und hoffte, dass sie es nicht merkte. „Viel Spaß.“
„Ja“, sagte sie gedehnt und legte den Kopf schräg. Dann lächelte sie auf einmal. „Oder ist dein Freund da?“
Mein Magen krampfte sich wieder zusammen. Robert, immer nur Robert. Ich war doch nicht sein Anhängsel! Ich schüttelte den Kopf. Verschwinde, dachte ich, lass mich in Ruhe. Lasst mich alle in Ruhe!
„Bist du sicher, dass ich nicht rauf kommen soll?“
Ich nickte eckig.
Sie zögerte, dann zuckte sie die Achseln. „Dann bis bald. Und alles Gute!“
„Danke“, brachte ich irgendwie heraus.
Ich wandte mich ab, schloss die Augen. Verschwinde, verschwinde, verschwinde! Und endlich hörte ich Sabines Schritte.
Warum konnten sie mich nicht in Ruhe lassen?

 Was geht es weiter? Weiter bei Johanna, den Dienstag abschließen.

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