Woche 20/2011: Gold wert – die Szenenplanung

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Was lag an? Weiter bei Johanna, den Dienstag abschließen.

Was geschafft? 53k Frakturen (Johannas Dienstag und Mittwoch).
Ich hatte ein bisschen Horror vor Johannas Wut und eingeschränkter Denke in dieser Phase, aber es ging erstaunlich gut. Ich bin sehr dankbar für meine Gesamtplanung ihres Absturzes, das hilft enorm, einen Leitfaden zu haben. Zum einen enthält er alle meine Gedanken, was passieren soll (wie soll man das sonst im Kopf behalten?), zum anderen gibt er eine Struktur vor, die zu Roberts Szenen und in das Gesamtbild passen. Es ist zwei Mal passiert, dass ich mich „in Rage“ geschrieben habe und Johanna vorgeprescht ist in Szenenteile, die für später geplant waren. Klassischer Fall von „in die Ecke geschrieben“. Also nach hinten geschoben, wo es hingehört und wieder angesetzt.
Die Szenen sind straffer geworden, als ich das von mir kenne. 😀

Fazit? Ohne meine Planung hätte ich keine Übersicht. Sie hilft das Gesamtbild im Blick zuhalten.

Textausschnitt: Woche 6, Mittwoch, 27. Mai 2009, Nachmittag (Johannas Wohnung)

Ich erzitterte, umklammerte die Teetasse, doch das half alles nichts. Wann war ich das letzte Mal warm gewesen? Immer nur kalt, kalt, kalt. Vielleicht sollte ich mich in die heiße Badewanne legen. Wenn mein Kreislauf dann schlapp machte, konnte ich da gleich liegen bleiben.
Ich sackte zusammen, schob die Tasse weg, bis mein Kopf auf dem Tisch lag. Ich blinzelte, sah mein Tagebuch. „Warum hilfst du mir nicht mehr?“, fragte ich laut und zuckte von meiner eigenen Stimme zusammen. Ich streckte die Hand aus, um es heranzuziehen, erwischte es nicht richtig und zog nur den Zettel hervor, der lose darin lag.
Ehe ich mich erinnerte, was es war, sprang das Foto mich an. Mein Lachen, Falten um die Augen, den Mund aufgerissen, den Kopf nach hinten geworfen. Das Bild, das Robert von mir gemacht hatte. Ein spontanes, freies Lachen. Ein entspannter Augenblick im Park, die Sonne schien, ein warmes Bild. Eine andere Frau.
Sie verlachte mich, die Frau auf dem Bild.
Mein Magen krampfte sich zusammen. Die Frau lachte, ich lachte, und doch war es nur ein Schatten von mir. Auch auf dem Bild sah ich den Schmerz in meinen Augen, die Verletzungen in meiner Seele. Trotz der lachenden Fassade. Es war ein Hohn. Abrupt richtete ich mich auf, starrte auf das Bild. Mein Leben war doch gut gewesen. Warum hatte der Arsch es ruinieren müssen? Es war nur noch eine Hülle. In mir lachte nichts mehr.
Ich knallte den Cast auf das Bild und zuckte davon zusammen. Doch ich presste ihn auf den Tisch, griff mit der anderen Hand an den Rand des Bildes und riss es kaputt, mitten durch mein falsches Lachen. Dann noch einmal. Entnervt wischte ich die Fetzen vom Tisch.
Alles weg. Mein Lachen. Mein Leben.

 Was geht es weiter? Weiter bei Johanna, den Mittwoch abschließen. Donnerstag anfangen?

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2 Antworten zu Woche 20/2011: Gold wert – die Szenenplanung

  1. Siliel schreibt:

    Also… Ich kann es ja fast nicht anders sagen, aber der Textausschnitt hört sich verdammt geil an! Darauf darfst du stolz sein.
    Und ansonsten: Ja, Planung hilft. Planung hift enorm. Hat mir schon ein paar Male buchstäblich den Hals gerettet.

  2. Federkiel schreibt:

    @Siliel: Danke 😀
    Ich finde es manchmal etwas schwierig, einen Ausschnitt zu finden, der auch allein aussagekräftig ist. Irgendwie hängt das immer alles zusammen 😉

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