Woche 22/2011: Es wird Zeit …

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Was lag an? Weiter bei Johanna, die lange Nacht des Mittwochs abschließen. Weiter mit Donnerstag.

Was geschafft? 42k Frakturen (Johannas Mittwoch Nacht).
Es wird Zeit, dass das ein Ende hat. Ich werde müde, mich in Johannas Elend fallen zu lassen, so wie sie müde ist, das alles auszuhalten. Was letzte Woche noch gut funktionierte, war diese Woche schwierig. Der Plan half mir da noch besser, gerade dann, wenn die Inspiration sich zurückhält 😉
Zwei Szenen noch …

Fazit? Das Skelett steht auch mal ohne Fleisch an den Knochen. 😉

Textausschnitt: Woche 6, Donnerstag, 28. Mai 2009, früher Morgen (Johannas Wohnung)

„Ablegen.“
Meine Hand bewegt sich ohne mein Zutun. Nein, ich will nicht! Will nicht! Doch sie liegt auf der Lehne, das Rohr senkt sich auf meinem Daumen, beinahe sanft, doch ich zucke heftig zusammen. Zittere. Haltlos.
„Regel 1?“
Nein, ich will nichts sagen, ich … „Nicht wegziehen.“ Meine Stimme ist brüchig, schwach. So wie ich.
Das Rohr klopft auf meinen Daumen, ganz sacht. „Regel 2?“
Ich will schlafen, will Ruhe, will nicht … „Wach.“ Ein Hauch nur.
Das Rohr pfeift nieder, schlägt auf.
Die Explosion fegte durch meinen Körper und ich schrie auf. Ich zitterte, zu einem Ei zusammengerollt, beide Arme vor die Brust gepresst. Ich schluchzte auf, doch meine Augen blieben trocken. Ich hatte gestern so viel geweint, die ganze Zeit nur geheult, ich konnte einfach nicht mehr, die Tränen waren alle. Doch der Film in meinem Kopf lief weiter, als ob es meinem Gehirn egal war, dass es jetzt meinen Wohnzimmertisch sah im dämmrigen Morgenlicht. Ich sah mich zusammenbrechen, hörte mich schreien und zitterte nur noch heftiger davon. Mein Hals schnürte sich zusammen, dann verkrampfte sich mein ganzer Körper, so stark, dass ich keine Luft kriegte.
Ich starrte auf den Wohnzimmertisch, hielt mich an der hölzernen Kante fest und zwang die Luft in meine Lungen. So etwas war da nicht gewesen, ich war zuhause und ich wusste das und doch … doch gingen die Bilder nicht fort. Wieder krampfte ich mich zusammen, zog die Decke fester um mich, doch das Zittern blieb. Mein Gesicht war nass vor Schweiß, und mir war so kalt, meine Füße eiskalt, meine Hände. Ich war hier, zuhause, ich war nicht mehr dort. Hier!
Der Arsch lachte in meinem Kopf.
„Geh weg“, flehte ich. „Lass mich in Ruhe!“
Er ging jetzt um mich herum, es war egal, was ich sage. „Ich muss dich bestrafen, Dummerchen“, sagte er ruhig.
Ich zuckte zusammen, als das Rohr mich traf. Ich schluchzte auf, doch noch immer kamen keine Tränen. Ich war so müde. Müde von den Bildern, die ich ständig ertragen musste. Müde, weil sie mich keine Minute zur Ruhe kommen ließen, weil ich immer wieder aufschreckte davon.
Zu müde zum Weinen.

 Was geht es weiter? Johanna weiterschreiben, hoffentlich bis zu dem Punkt, an dem Robert wieder durch ihre Tür kommt.

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