Woche 25/2011: Wenn du meinst …

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Was lag an? Den Donnerstag Abend zu Ende schreiben, dann doch mal die kommenden Romantage planen.

Was geschafft? 25k Frakturen (Donnerstag Abend).
Noch immer nichts weiter gelesen, nicht weiter geplant. Ich schiebe im Kopf viel hin und her, aber festgeklopft ist das noch nicht. Macht aber nichts, die beiden sind immer noch am Donnerstag Abend. Viel geschrieben habe ich diese Woche nicht, aber das war mit Ansage und daher stört es mich nicht.
Ich stelle aber auch mehr und mehr fest, dass meine Planung dieses Abends nicht mehr aktuell ist. Sie ist im Vorfeld entstanden, aber nach dem, was im Roman die letzten Tage passiert ist, geht das so nicht. Denn jetzt, wo Robert da ist, lässt Johanna sich einfach hängen 😉 Aber ich lasse ihr ihren Willen, es passt zum Rest.

Fazit? Lass die Figuren mal machen, die wissen schon, was gut für sie ist.

Textausschnitt: Woche 6, Donnerstag, 28. Mai 2009, Abend (Johannas Wohnung)

Er sagte nichts, holte nur tief Luft und hielt sie fest. Genoss ihre Nähe, ihre Hand an seinem Rücken. Robert schloss die Augen, legte seinen Kopf an ihren. Er wollte es nicht, doch er lächelte ein wenig. Gefühlschaos, ihres, seines, und doch machte es ihn glücklich, dass sie es teilten, dass sie einander verstanden.
Sie standen reglos, und das Glücksgefühl wurde immer stärker. Robert drückte Johanna an sich, und sie hielt ihn ebenso fest. Er lächelte ein wenig mehr. Alles würde gut werden.

Der Schmerz war noch da, mein Elend, Roberts Leid. Doch da war auch Erleichterung, dass er es jetzt wusste. Er hatte das Gefühl, die Verzweiflung in mir gesehen, und er wusste, was das bedeutete. Die Details, die waren nicht mehr wichtig.
Mir war etwas schwindlig, weil mich das so erleichterte. Dass das nicht mehr zwischen uns stand, und Robert mir seine Hilfe versprochen hatte, trotz allem. Ich hatte keine Ahnung, wie die aussehen konnte, aber allein zu wissen, dass er mich nicht fallen ließ, gab mir wieder etwas Sicherheit zurück.
Ich seufzte tief auf, und Robert drückte mich einen Augenblick fester an sich. Der Schlag seines Herzens hatte sich wieder beruhigt, hatte seinen ruhigen, gleichmäßigen Rhythmus wiedergefunden. Er atmete langsam und tief, wiegte mich auf seiner Brust mit dem sanften Auf und Ab. Wir standen uns so nah wie es ging, sein Arm um meine Schultern, meine Hand an seinem Rücken, unsere Köpfe lehnten aneinander, und ich spürte seine Beine nah bei meinen, fühlte die Wärme seines Körpers. Doch eigentlich bedeutete das nicht viel. Denn wichtiger war, wie nahe unsere Seelen sich gekommen waren. Wir hatten unser Leid geteilt. In diesem Augenblick, als wir uns vorhin angesehen hatten, da war kein Rückhalt gewesen, keine Schutzmauer.
Es machte mir Angst. Wie war das passiert, dass mir Robert so nah gekommen war? Er hatte einen Weg durch mein Elend gefunden, direkt in mein Herz. Und da hockte er nun, sah mich mit Tränen in den Augen an, weil ich und mein Leid auch in seinem Herzen saß.
Meine Augen begannen zu kribbeln, dann rannen schon wieder Tränen hervor. Es tat mir so weh, dass auch Robert unter diesem Scheiß litt, und gleichzeitig … gab mir das etwas Hoffnung, dass ich das überhaupt noch empfinden konnte. Da war noch etwas anderes in mir als dieser Horror, da war noch der Wunsch, Robert zu trösten, ihn zu halten. Etwas zurückzugeben von seiner Freundlichkeit.
Dann musste es noch Hoffnung für mich geben.

 Was geht es weiter? Den Donnerstag Abend zu Ende schreiben, dann die kommenden Romantage planen. Und weiterschreiben.

Randbemerkung der Woche: Es ist Sommerpause. Den nächsten Schreibfortschritt gibt es dann am 31. Juli.

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2 Antworten zu Woche 25/2011: Wenn du meinst …

  1. Eva Maria Nielsen schreibt:

    Hallo Petra,
    dann eine schöne Sommerzeit.
    Was du beschreibst, geht mir genauso. Einige Dinge plane ich bei der Konzeptarbeit, aber beim Schreiben stellt ich dann fest, dass die Figuren es anders wollen. Ich schreibe nun mein Buch fertig. Fünf Kapitel fehlen und dann muss ich überarbeiten, vor allem auch einige Szenen hinzufügen, die irgendwie fehlen… Aber jetzt im Sommer ist die Schreibzeit doch magerer gemessen. Sag mir bei Gelegenheit doch mal, was Frakutren beim Schreiben sind…Szenen?
    Dir alles Liebe!

  2. Federkiel schreibt:

    @Eva-Maria: Super, dass Du so gut voran kommst. Die letzten Kapitel schaffst Du sicher spielend. Bei mir ist’s im Sommer auch immer etwas weniger, ich bin mehr im Garten. So ist das halt. Wobei bei mir eher der Blog leidet als der Roman 😉
    Die Lösung für die „Frakturen“ ist ganz einfach – mein Schreibprojekt heißt so. Da ist so einiges kaputt in und an den Figuren, daher erscheint es mir als passender Titel. Eigentlich könnte ich das oben weg lassen als Referenz, da ich eh nix anderes schreibe 😀

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