Woche 32/2011: Zügellos

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Was lag an? Und immer noch der Donnerstag Abend, dann weiter. Die Planungen niederschreiben.

Was geschafft? 50k Frakturen (Donnerstag Abend, Freitag morgen).
Das mit dem Freitag Morgen ist ein bisschen gemogelt, denn es ist erst kurz ein Uhr morgens. Aber es wurde Zeit für so eine Landmarke, dieser laaaange Donnerstag endlich fertig.
Auch diese Woche liefen die Figuren gut, doch eine lief mir davon … fängt der Kerl doch tatsächlich an, über Liebe nachzudenken, ts 😉 Ich ließ es erst stehen, es passt zum restlichen Gedankengang und zu Roberts Stimmung, aber nach zwei Tagen habe ich es doch rausgenommen und ein paar Wochen nach hinten verschoben. So schnell geht es dann doch nicht, mein lieber Herr Chirurg 🙂

Fazit? Schön, wenn die Figuren laufen. Aber als Autor muss man doch die Zügel in der Hand behalten. Oder zumindest hinterher den Kurs wieder korrigieren 😉

Textausschnitt: Woche 6, Donnerstag, 28. Mai 2009, später Abend (Johannas Wohnung)

Warum entspannte sie sich nicht? Im Krankenhaus hatte es doch nur Minuten gedauert, ehe sie wieder ruhig geschlafen hatte, als er so ihre Braue gestreichelt hatte. „Ruhig“, murmelte Robert wieder. Was konnte er sonst tun? Er wusste es nicht, und so hörte er nicht auf, sie zu streicheln. Unverwandt sah er sie an, redete mit ihr, und endlich versiegten ihre Tränen, wenn auch ihr Gesicht sich nicht ganz entspannte.
Robert konzentrierte sich auf seine Finger, genoss die intime Berührung. Er konnte das nur tun, weil sie schlief, doch er genoss jede Sekunde davon, sie so bei sich zu haben, ihren Kopf auf seinem Schoß, ihre Hand in seiner. Ihr Gesicht zu streicheln. Ihr Ruhe zu schenken.

Dann plötzlich stockte wieder Johannas Atem, und sie erzitterte. Mit einem leisen Schluchzen krümmte sie sich zusammen. Robert stockte, hielt seine Hand an ihrem Gesicht, folgte ihrer Bewegung. Johannas Lippen bewegten sich, doch er verstand nicht, was sie sagte.
„Shh“, machte er leise. „Ist schon gut, Jo, hier kann dir nichts passieren.“ Er strich mit dem Daumen sanft über ihre Braue.
Wieder schluchzte sie auf. „Mama“, wimmerte sie.
Roberts Hals schnürte sich zusammen, und er verstummte. Bilder des Videos sprangen in seinen Kopf, wie Johanna vor der Stange gelegen hatte, mehr tot als lebendig. Dieses Flehen nach ihrer Mutter, nach Erlösung. Und im Krankenhaus hatte sie von ihrer Mutter geträumt, genau in der Nacht, als er zum ersten Mal so ihre Braue gestreichelt hatte.
Robert schluckte gegen die Enge in seinem Hals, kniff die Lider zusammen. Hatte ihre Mutter das immer getan? Sie so gestreichelt? Wie konnte er es wagen, ihr dieses intime Detail zu stehlen, das sie mit ihrer toten Mutter verband? Das durfte er nicht tun! Wie von selbst hob sich seine Hand von ihrem Gesicht, als könnte sie diese verbotene Berührung nicht mehr ausführen.
Johanna stöhnte auf, und wieder kam Bewegung in ihren Körper. Ihre Hand krampfte sich auf einmal zusammen, umklammerte seine Hand. Robert schreckte aus seiner Starre, redete wieder drauf los, doch er konnte die Anspannung nicht aus seiner Stimme halten. Er kam sich schäbig vor, dass er ihre Lage so ausnutzte und es auch noch genoss.
Johanna zog sich wieder von seinem Bein hoch. Sie stöhnte, sackte wieder zurück. Sie weinte wieder im Schlaf.
„Jo, bitte“, flehte er leise. Es musste doch einen anderen Weg geben! Es musste doch möglich sein, dass sie Ruhe fand, ohne dass er etwas tat, das sie als Verrat empfinden würde.

Was geht es weiter? Den Freitag schreiben. Dann wird es wirklich Zeit für die genauere Planung der nächsten Wochen!

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