Woche 34/2011: Entzug

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Was lag an? Den Freitag schreiben, soweit ich komme.

Was geschafft? 34k Frakturen (Freitag Vormittag).
Ich komme mir derzeit sehr unproduktiv vor, selbst auf den Blogs tut sich nichts. Viele, viele Termine. Das Gute dabei ist – ich habe Entzugserscheinungen nach meinem Roman.  Ich würde gerne, kann aber derzeit nicht so. Also muss ich die Phase durchstehen, dann geht’s auch wieder weiter. Der Wille und der Spaß sind jedenfalls noch da 😀
Immerhin war der Samstag ein voller Recherche-Erfolg – aber davon später 😉

Fazit? Solange die Lust da ist, braucht man sich keine Sorgen machen.

Textausschnitt: Woche 6, Freitag, 29. Mai 2009, Morgen (St. Elisabeth Krankenhaus)

Es tutete. Lange. Roberts Magen zog sich zusammen. Wieso ging Johanna nicht ans Telefon? Als der Anrufbeantworter ansprang, sank sein Herz. War Regina noch da? War etwas passiert? War sie wieder … abgestürzt? Er holte schon Luft, um auf das Gerät zu sprechen, als es mitten im Satz wieder klackte. Sonst nichts. Doch Robert atmete auf. „Jo? Hier ist Robert. Guten Morgen!“
Er hörte sie atmen, aber sie sagte nichts. Also sprach sie noch immer nicht? Oder lag es am Telefon? „Wie geht es dir?“
Nichts. Das war nicht gut, sie am Telefon zum Reden zu zwingen, aber er musste wissen, wie es ihr ging, sonst hielt er den Tag hier niemals aus. „Konntest du etwas schlafen? Wenigstens ein bisschen?“
„Ja“, flüsterte sie.
Wie gut es tat, ihre Stimme zu hören, auch wenn es nur geflüstert war. Er atmete langsam aus. „Ist Regina noch da?“
Sie brummte verneinend.
„Konnte sie dir beim Duschen helfen?“
„Muss…“ Johanna räusperte sich. „Musste sie nicht.“
„Gut!“ Er seufzte auf. Also ging es ihr besser. „Das ist sehr gut.“ Zumindest körperlich ging es ihr besser. „Jo, ich bin bis halb zwei, zwei am Tisch. Danach komme ich zu dir, ja?“
„Ja.“ Nur noch ein Hauch.
Robert schloss die Augen. So viel Elend in ihrer Stimme. „Soll ich dir ein Taxi rufen?“, fragte er sanft. „Für Matthias nachher?“ Mist, warum hatte er keine Zeit, sie hinzubringen? Wieder hörte er nichts, nur ihr gepresstes Atmen. Er wartete noch kurz, dann fragte er: „Jo? Ein Taxi?“
Wieder das Brummen.
„Okay“, sagte er, obwohl er lieber ein „ja“ gehört hätte. Er wollte lächeln, damit sie es hörte, doch er konnte nicht. „Danke, dass du ans Telefon gegangen bist.“ Er wartete einen Augenblick, doch sie schwieg. Also sagte er noch: „Bis nachher dann.“
Er wollte schon fast auflegen, da hörte er noch: „Bobby?“
Robert riss den Hörer wieder hoch. „Ja?“
Wieder nur ihr raues Atmen. Dann ganz leise: „Danke.“
Plötzlich fiel ihm das Lächeln sehr leicht. „Sehr, sehr gern, mein Spatz.“
Johanna holte stockend Luft. Weinte sie wieder? Doch ehe er noch was sagen konnte, klackte es in der Leitung, und das Gespräch war fort. „Für dich immer“, sagte er dem Telefonhörer und legte ihn sanft auf das Gerät zurück.

 Was geht es weiter? Mit Freitag.

Randbemerkung der Woche: Nächsten Sonntag kein Update, das ganze Wochenende ist voll 😉

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2 Antworten zu Woche 34/2011: Entzug

  1. Siliel schreibt:

    Schön, dass der Spaß wieder da ist! Das war ja auch mal anders, wenn ich mich recht erinnere (Urlaub macht das Gedächtnis etwas… lückenhaft). Ich finde ja, dass Entzugserscheinungen, das Zweitschönste sind, was einem passieren kann. Davor kommt der Spaß und das Schreiben zusammen und irgendwo dahinter Kein Spaß am Schreiben und dahinter Schreibbockade. Hoffentlich kommst du schnell wieder ans Schreiben. Ich drück mal Daumen, dass nicht mehr so viel dazwischenkommt.

  2. Petra schreibt:

    @Siliel: Ja, das hast Du richtig in Erinnerung – diese Isolationsphase war doch ganz schön lang und nicht gerade motivierend. Da ist es mir so schon lieber 🙂 Nächste Woche allerdings sieht es nicht anders aus, danach wird es wieder ruhiger. Hoffentlich 😉

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