Woche 38/2011: geteilte Aufmerksamkeit

Worum es geht, ist hier zu finden. Eine Übersicht über die vergangenen Wochen gibt diese Seite.

Was lag an? Weiter mit Freitag.

Was geschafft? 44k Frakturen (Freitag Nachmittag).
Auch wenn es nicht wenig Text ist, die Woche fühlt sich schlecht an, weil es so viele Ablenkungen gab. Weil ich oft dann aufhören musste, als es gut lief und ich gerne noch weiter gemacht hätte. Zum Teil Schreibprojekte, zum Teil ganz andere Sachen. Geteilte Aufmerksamkeit ist nicht gut. Ändern, bitte, Frau Autorin.

Fazit? Weniger ist mehr.

Textausschnitt: Woche 6, Freitag, 28. Mai 2009, Nachmittag (Matthias Praxis)

Das Licht war so hell, und dieser Geruch in meiner Nase … muffig. Staub. Ich wischte über mein Gesicht, blinzelte wieder, zuckte zusammen, als etwas mich an der Schulter berührte. „Jo?“
Es war Robert, also war alles gut. Doch ich war so unendlich müde, und meine Glieder schmerzten, als hätte ich eine Grippe. Ich schloss die Augen. Sofort sah ich wieder den Keller, den blutigen, voll geschissenen Fußboden. Den Stuhl, die Stange … ich riss die Augen wieder auf. Ich war wieder dort gewesen, die Bilder waren noch so frisch und lebendig in meinem Kopf, das sich mich kaum davon lösen konnte. Ich zwang meine Augen, offen zu bleiben, auch wenn das Licht mir weh tat. Aber alles war unscharf, ich sah nur dunkle Konturen, doch der Keller … er war noch da. Ich sah noch alles vor mir. Alles oder nur einen kleinen Teil. Es war egal. Es fraß sich in mein Herz und drängte alles andere davon.
„Jo? Bist du wach?“
Robert! Ich klammerte mich an seine Stimme, löste meine Hand vom Gesicht, streckte sie aus. Und wirklich umfing er sofort meine Hand, hielt sie fest. „Bobby“, krächzte ich. Mein Hals war rau und trocken. Wie lange war ich wieder versackt? Und wie kam er hier her? Hatte Regina ihn reingelassen? Aber wo war sie dann? Ich hielt mich an seiner Hand fest.
„Ich bin hier, Jo“, sagte Robert.
„Was … wie lange …“ Ich stöhnte auf. Scheiße, mir tat wirklich alles weh, und mein Hals fühlte sich an, als würde ich eine Erkältung kriegen.
„Es ist kurz nach vier.“
Vier? Das machte doch keinen Sinn! Ich war doch zu Matthias gegangen, oder? Die Vördenbrücke drängte sich in meinen Kopf, der Blick auf die ansteigende Straße … was ich dort beinahe gemacht hatte … Ich stöhnte auf, schüttelte den Kopf.
„Johanna?“
Ich zuckte zusammen, kniff die Augen zusammen. Matthias? Ich war in der Praxis? Und plötzlich erinnerte ich mich an Gesprächsfetzen, an sein betont neutrales Gesicht. Ich erkannte das Therapiezimmer, sah Matthias neben Robert sitzen, wie sie mich beide ansahen. Robert lächelte aufmunternd, Matthias zeigte noch immer diesen Gesichtsausdruck, mit dem er seine Besorgnis versteckte. Ich stöhnte wieder auf. Versackt in der Therapiesitzung. Das war nicht gut.

 Was geht es weiter? Freitag, immer noch.

Dieser Beitrag wurde unter Schreibfortschritt abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s