Spuren ins Nichts – MG11

Ich schlüpfte durch die Tür, fummelte den Schlüssel ins Schloss und drehte ihn so lange rum, bis er blockierte.
Geschafft.
Ich lehnte mich gegen die Tür, seufzte auf. Hoffentlich hörte der Typ an der Rezeption nicht zu denen … aber dann hätte ich sicher nicht so lange gebraucht, ihn zu bequatschen, mir den zweiten Schlüssel für Hendriks Hotelzimmer zu geben. Es wäre einfacher, wenn Hendrik da wäre. Wo war der noch um diese Uhrzeit? Und Fluffy auch nicht da …

Ich drehte den Schlüssel zurück, bis ich ihn wieder abziehen konnte, schließlich wollte ich ja nicht, dass Hendrik misstrauisch wurde, wenn er ins Zimmer zurück kam. Ich traute mich nicht, das Licht anzumachen und suchte im Licht meiner Taschenlampe das Zimmer ab. Die übliche Hendrik’sche Unordnung, aber sonst sah alles unverdächtig aus. Gut.
Minibar leer. Schlecht.
Ich seufzte auf, nahm das Hemd vom Sessel und ließ mich reinfallen. Was für eine Woche! Immer auf der Hut vor der GAHL. Fast hätten die Typen mich erwischt, weil ich unbedingt diesen Kommentar bei Chefarzt verfassen musste am Donnerstag. Das hätte fast meine ganze Tarnung auffliegen lassen.
Eine Woche Recherche im Untergrund und doch keine Spur mehr. Ewig hat mein Kontaktmann gebraucht, ehe er das Stück der Festplatte analysiert hatte. Keine Fingerabdrücke drauf, natürlich auch keine Daten mehr. Er konnte noch feststellen, was für ein Fabrikat das war, aber das ist Standardware. Ende der Fahnenstange.
Wenn nur die Typen nicht bei meinem Kontakt aufgetaucht wären! Schwarze Anzüge? Dass ich nicht lache. So auffällig laufen die GAHLs nicht mehr herum. Die verschmolzen perfekt mit der Umgebung. So leicht erkennt man die nicht mehr. Zwei Tage habe ich gebraucht, die wieder abzuschütteln. Ich hoffe nur, die kennen Hendriks neues Hotel noch nicht.
Alles im Sande verlaufen … Jetzt können wir nur noch hoffen, über Hajo was rauszufinden, wie das Festplattenstück in die Kiste kam. Falls Chefarzt ihn noch erreichen kann.
Ich seufzte, zog die Füße aufs Polster und legte meinen Kopf auf Hendriks Hemd. Langsam schloss ich die Augen und wartete.

Lies hier mehr über die Expedition in den Marianengraben (MG11)

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6 Antworten zu Spuren ins Nichts – MG11

  1. chefarzt schreibt:

    Also mir ist schleierhaft mit der Festplatte. Hatte nicht Delfinstern die Überreste. Ich muss mal die Ereignisse nachlesen … wurde sie überfallen. Habe schon lange nichts mehr von ihr gehört …
    Warum machst du denn hier alles so geheimnisvoll? Überraschung für Hendrik?

  2. Federkiel schreibt:

    @Cheffe: Nee, die am Ende hatte Hajo das Ding und wollte sie mit seinem Leben bewachen. Was mich jetzt halt beunruhigt, wo wir so lange nichts gehört haben von ihm.
    Ich musste nur zusehen, dass die GAHL mich nicht sieht, mit Hendrik war das vorher abgesprochen, aber er wusste ja nicht, wann ich kommen würde. Ich wollte ja schließlich nicht seinen Aufenthaltsort verraten. Aber morgen geht’s dann zurück nach Hause, mit kleinem Abstecher über den Bodensee 😉

  3. Hendrik schreibt:

    @Federkiel: Erschrocken habe ich mich trotzdem, als ich dich da im Sessel liegen sah. Das sah irgendwie … ungesund aus.

  4. chefarzt schreibt:

    Sind wir alle paranoid? Oder ist die Lage wirklich so ernst?

  5. Federkiel schreibt:

    @Hendrik: Wäre auch schön gewesen, du hättest mich nicht so rabiat an der Schulter gerüttelt 😉
    @Cheffe: Beides wahrscheinlich.

  6. Blua schreibt:

    Bei euch ist ja die Hölle los, da habe ich ganz schön was verpasst. Muss das unbedingt alles nachlesen.
    Sei bloß vorsichtig und lass dich nicht von denen erwischen!

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