Flugabenteuer nach Guam – MG 11

Ich sackte in den Stuhl zurück. „Mist“, murmelte ich.
Hendrik sah von seinem Skript auf. „Was denn?“ Fluffy, die auf seinem Schoß saß, starrte weiter auf die Seiten.
„Wir müssen wohl doch mit den anderen nach Guam fliegen.“ Ich verzog das Gesicht. In diesem umgebauten Militärflugzeug, samt Oscar-Tank und Ausrüstung.
„Wieso?“
Ich deutete auf den Bildschirm. „Die sind wahnsinnig! So ein Flug kostet über 1000 Euro pro Person.“ Ich schnaufte. „Meine Frage nach Rabatt haben sie gleich abgeschmettert. Tiere kosten extra!“
„So?“
„Ja, so! Fluffy kostet die Hälfte, weil sie als Kind zählt. Nur Dehkah geht als Handgepäck durch.“
Dehkah miaute aus Protest, doch Hendrik zuckte nur die Achseln. Er lächelte.
„Solange du mir nicht bisher verschwiegen hast, dass du eigentlich steinreich bist, können wir uns das nicht leisten!“ Fast 3000 Euro. Unglaublich!
„Wir brauchen keinen Linienflug.“
Nicht brauchen? Nicht leisten können. Ich klickte die Seite weg. Ich starrte auf N8engels Email mit den vorläufigen Flugdaten:

Hallo Federkiel!
Wir kriegen die Militärmaschine, sogar schon mit Tank für Oscar und einen Schuhschrank für jeden von uns 😀 Und das Beste – der Millionär, dem die Maschine gehört, gibt sie uns umsonst, weil er früher mal Freitaucher war und unser Vorhaben unterstützen will. Sogar den Piloten bezahlt er, ein gewisser Henry. Mit dem habe ich auch schon gemailt, er hat jetzt die Flugdaten rausgegeben:

Abflug: Frankfurt am Main, Samstag, 12. Nov 2011, 12:30 Uhr. Wir müssen aber schon um 11Uhr am Flughafen sein!
Zwischenlandung in Tokyo – Ankunft etwa 12Uhr am Sonntag
Weiterflug nach Guam – Ankunft etwa 19 Uhr

Rückflug wäre dann am Montag, 21. Nov, da stehen aber die Zeiten noch nicht fest. Ich kann’s kaum noch erwarten! Jetzt brauchen wir nur noch ein Hotel!
:-* N8engel

Hendrik stand auf und kam zu mir. Er überflog die Mail. „Schuhschränke?“
„Ich kenne da jemanden, die das ganz sicher braucht.“
Er lachte. „Ja, ich auch.“
Ich seufzte auf. Es würde bestimmt lustig werden, mit den anderen über 20 Stunden in einem Flugzeug eingesperrt zu sein, samt BSEK und Orca. Aber ich hatte mich auf ein paar Tage mit Hendrik auf Guam gefreut, mir sogar schon ein Hotel rausgesucht, das Sheraton Laguna. Die hatten so ein super-sonder-günstig Angebot, das hätte gut gepasst.
„Ist dein Urlaub eigentlich durch?“
„Ja“, brummte ich. Nur brauchte ich ihn jetzt nicht, weil wir nicht früher fliegen konnten.
„Gut.“ Hendrik ging zu seinen Zetteln zurück und schob sie mir zu. Fluffy keckerte verärgert, doch Hendrik ignorierte sie. „Dann hilf mir, das Drehbuch fertig zu machen.“
„Was hat das Drehbuch mit meinem Urlaub zu tun?“
„Das siehst du dann schon.“
Ich schielte auf den Titel. „Das verschwundene U-Boot?“
Er nickte.
„Wie originell.“ Ich verdrehte die Augen. „Aber ich weiß immer noch nicht …“
„Lies den Untertitel.“
Ich seufzte, zog das Manuskript zu mir hin. „Ein tierischer Thriller mit dem Detektivkänguru Fliffy.“ Ich lachte. „Was ist das für ein Sch… äh … Schmarr’n?“
„Das Drehbuch“, sagte Hendrik feierlich, „was uns die Reise nach Guam finanziert!“
„Ach ja?“
„Ja!“ Er zog Fluffy wieder an sich und grinste wie ein Honigkuchenpferd. „Wenn der Stiftung das Skript gefällt, können wir am Samstag aufbrechen, eine Woche vor den anderen, und den Film drehen.“
„Okay“, sagte ich gedehnt. Doch dann stutzte ich. „Wer – wir?“
„Ich als Regisseur und Nebendarsteller, Fluffy natürlich als Hauptdarstellerin“, er tätschelte ihren Kopf, „du als Script supervisor.“ Er grinste. „Und Dehkah kommt ins Handgepäck.“
Der Kater fauchte.
Ich zog eine Augenbraue hoch. „Zwei Personenstück?“
Er winkte ab. „Hajo und Elena wollten doch auch eher kommen, die machen bestimmt mit.“
Bestimmt. Ich schaute wieder auf die Seiten. „Script supervisor?“
Hendrik nickte und stupste gegen die Blätter. „Was sagst du?“
Ich holte tief Luft, dann begann ich zu grinsen. „Sheraton Laguna, wir kommen!“

Mehr zur Expedition auf Monsterdoc vom 14. bis 20. November 2011 in den Marianengraben zeigt der Trailer.

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