Schreiben im November 2011 – hau raus!

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“. Nach den wöchentlichen Berichten zu Beginn des Jahres beschreibe ich jetzt den monatlichen Fortschritt.

Was lag an? Freitag zu Ende, konkrete Planung des (langen) Wochenendes abschließen.

Was geschafft? 354k Frakturen (Roman-Freitag).
Da ich mit am 2. November doch entschlossen hatte, am NaNoWriMo teilzunehmen, habe ich das Ziel mehr als erreicht. Den Freitag fertig und am Samstag essen sie immerhin schon zu Abend.
Es ging gut voran im November, rund 58000 Worte, 354000 Zeichen (und das, obwohl ich 8 Tage Expeditionspause hatte :D). Eine Übersicht gibt es hier. Die Monate davor waren es eher 150- bis 200000 Zeichen. Mal sehen, wo es sich dann einpendelt. Über problematische Stellen bin ich nicht gestolpert, oder ich habe sie NaNo-mäßig einfach überschrieben 😉

Fazit? Viel schreiben geht noch. Und es war keine Anstrengung. Wenn ich will, dann kann ich … Und es macht Spaß! 😀

Textausschnitt: Woche 6, Freitag, 28. Mai 2009, Nachmittag (Johannas Wohnung)

Ich ging die zwei Schritte zum Wohnzimmer, hielt mich dann am Türrahmen fest. Gläser auf dem Tisch, der Apfelsaft und auch ein Kissen. Robert hatte alles vorbereitet. Er lehnte am Sessel und seufzte so laut auf, dass ich es hörte. Mit beiden Händen rieb er über sein Gesicht, dann durch die Haare.
Als würde er spüren, dass ich ihn ansah, drehte er sich zu mir um, und einen Augenblick sah er so müde aus wie ich mich fühlte, er hatte tiefe Ringe unter den Augen. So lange, wie er gestern an meinem Bett gesessen hatte, konnte er auch nicht viel Schlaf gehabt haben. Doch dann hellte sich sein Gesicht auf, und er lächelte mich an.
„Jo“, sagte er leise, und doch schwang Freude mit in seiner Stimme. Als ob er mich lange nicht gesehen hätte. Sein Blick glitt zu meiner Hand am Türrahmen, dann zurück zu meinem Gesicht. Wie mochte ich wohl in seinen Augen aussehen? Fertig, erschöpft, zum Umfallen müde. Doch Robert lächelte weiter, kam zu mir, die Hand ausgestreckt.
Ich legte meine Hand in seine, und unsere Finger schlossen sich um einander. Robert lächelte breiter, deutete eine Verbeugung an. „Mylady“, sagte er in dem Ton, in dem er immer Passepar-tout las.
Ich wollte lächeln, doch statt dessen begannen meine Augen wieder zu kribbeln. Ich schloss sie, blieb reglos stehen. Robert hielt meine Hand weiter in seiner, doch ich spürte, wie er zu mir kam. „Komm“, sagte er nahe bei mir, „das Sofa wartet, Jo.“
Ich holte tief Luft, öffnete dann wieder die Augen. Robert stand neben mir, sein Gesicht meinem so nah, dass ich die einzelnen Bartstoppeln sehen konnte. Ich wollte zum Sofa, wollte schlafen, doch seine breite Brust zog meinen Blick unwiderstehlich an. Sie war so nah … ich dachte nicht, ich fiel einfach, fiel gegen Robert, als ob meine Sehnsucht nach dem Schlag seines Herzens mich vorwärts zog. Und er ahnte es, er bewegte sich mir entgegen, fing mich mit seinem Körper auf. Seine Hand umschloss fest meine.
Ich legte meinen Kopf auf seiner Schulter ab, schloss die Augen. Robert hob seine andere Hand an meinem Arm, dann fühlte ich seinen Kopf gegen meinen. Er bewegte sich leicht, schmiegte sich an.
Ich holte tief Luft, seufzte auf, und dann hörte ich ihn endlich, seinen Herzschlag.

Was geht es weiter? Samstag zu Ende und dann doch endlich weiter planen, das ist im NaNo untergegangen.


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2 Antworten zu Schreiben im November 2011 – hau raus!

  1. chefarzt schreibt:

    Gratuliere nochmals! Und jetzt die Frage: Wann kommts zur Fertigstellung?

  2. Petra schreibt:

    @Cheffe: Danke 😀 Fertig? Nie, weil es schon lange kein normales Schreibprojekt mehr ist. Beendet … vielleicht irgendwann. Morgen (oder so) kommt da was zu. 😉

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