Orson’s Lessons (1): Basis

Orson Scott Card schreibt in seinem Buch „How to write Science Fiction and Fantasy“:

The most complete definition [of SF&F] will come to you only one way […]. You have to know everything ever published as speculative fiction or fantasy.

Nun ja, er gibt ein paar Sätze später zu, dass man über so einer Aufgabe versterben würde. Der Sinn darin ist allerdings nicht zu unterschätzen – man muss sein Metier kennen, in dem man schreiben und veröffentlichen will. Ein SF-Buch muss sich für den Leser wie ein SF-Buch anfühlen. Und dieses Gefühl bekommt man als Schreiberling nur durch das Lesen.
Etwas später gibt Mr. Card dann auch eine Auflistung von (aus seiner Sicht) lesenswerten Autoren. Da habe ich doch gleich mal geschaut, wen ich davon im Regal stehen habe:

  • „late great writers“
      • Alfred Bester – 2 Bücher
      • James Blish – 3 Bücher
      • Edgar Rice Burroughs – keines (Tarzan nur gesehen, nicht gelesen)
      • Robert Heinlein – mehr als 40 (ja, der ist mein Lieblingsautor :D)
      • Robert Howard – keines (Conan nur gesehen, nicht gelesen)
      • E.E. „Doc“ Smith – 1 Buch
      • J.R.R. Tolkien – 5 Bücher
  • „relatively young writers“
      • Larry Niven – 5 Bücher
      • Anne McCaffrey – 3 Bücher
      • Jack Chalker – keines
      • C.J. Cherryh – 10 Bücher
      • David Drake – 1 (ist aber ein halbes Sachbuch)
      • Octavia Butler – 7 Bücher
      • Roger Zelazny – 6 Bücher
  • „new writers“ (Vorsicht, das Buch ist von 1990!)
      • Charles de Lint – keines
      • William Gibson – keines
      • Lisa Goldstein – 1 Buch
      • James Patrick Kelly – keines
      • Megan Lindholm – keines
      • Pat Murphy – 2 Bücher
      • Pamela Sargent – 2 Bücher
      • Bruce Sterling – keines

Ja, das spiegelt es recht gut wieder 😀 Ich mag die klassische SF, Cyberpunk ist zum Beispiel nicht so mein Ding (daher keine Bücher von Gibson oder Sterling 😉 ).
Insgesamt sind es etwa 300 SF-Romane in meinem Regal (dazu noch etwa 120 Star Trek-Romane) und an die 150 Bücher Fantasy. Auch wenn ich davon nicht alle gelesen habe (geschweige denn mich an die genau erinnern kann, die ich gelesen habe in den letzten 25 Jahren) bin ich doch ganz gut gerüstet, was das Genre angeht.

Nur aktuell gelesen habe ich lange keinen Science Fiction. Hmm … Nachholbedarf! Aber was? Ideen sind hier sehr willkommen 🙂

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6 Antworten zu Orson’s Lessons (1): Basis

  1. Vanades schreibt:

    Hm, ich kenne mindestens eine Autorin (veröffentlicht), die in einem Genre schreibt, dass sie selbst nicht gerne liest. Was ich teilweise auch nachvollziehen kann. Manchmal ist es besser, sich von den Anforderungen und „Erwartungen“ eines Genres zu befreien und mal was ganz anderes zu versuchen. Ich lese dazu gerade ein herrliches Buch (The Tough Guide to Fantasyland).

    Hm, einige der Autoren, die Herr Card da nennt, sind eigentlich reine Fantasy-Autoren. Charles de Lint kann ich übrigens sehr empfehlen. Einer der großen Meister der Urban Fantasy. Ich plane ein paar Rezensionen zu meinen Lieblingsbüchern von ihm, muss die aber erstmal wieder lesen.

    SF-Empfehlungen: Ursula K. LeGuin (mich wunderts, dass sie nicht in seiner Liste auftaucht), Lois McMaster Bujold (die Vorkosigan-Saga ist mehr Space-Opera als alles andere, aber sehr unterhaltsam). Ich mochte gerade die SF-Sachen von Storm Constantine, aber sie ist was ganz Spezielles.

    In meinem SUB befinden sich derzeit: Kate Wilhelm – where late the sweet birds sang, Tobias S. Buckell – Crystal Rain, Lauren Beukes – Zoo City.

    Alle 3 noch nicht gelesen, deshalb kann ich natürlich nicht sagen, ob sie was sind. Wer mich auch mal reizen würde, ist John Scalzi.

  2. Petra schreibt:

    @Vanades: Mag sein, dass es ohne Genre-Kenntnisse auch funktioniert. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass man dann was erwischt, was es schon gibt, ist doch ziemlich groß. Andreas Eschbach, den ich auch sehr schätze, hat mal gesagt „Neues entsteht nicht aus der Unkenntnis des Vorhandenen.“ Wobei ich gestehen muss, dass ich auch erst dann einen Liebesroman gelesen habe, nachdem ich zwei Jahr lang selbst an einem geschrieben habe. Aber mir geht es da ja auch nicht ums Veröffentlichen.
    Dass Card auch reine Fantasyautoren aufführt, wundert mich nicht, schließlich heißt das Buch ja auch „How to write Science Fiction and Fantasy“. Nur liegt mein Schwerpunkt da gerade nicht.
    Nach Charles de Lint werde ich mal gucken! Welches kannst Du da empfehlen? Oder ich warte einfach auf Deine Rezensionen 😉
    Ursula Le Guin habe ich hier auch stehen, das wäre mal wieder was, von Lois McMaster Bujold habe ich nichts. Da werde ich mal nach schauen. Danke für die Tipps!

  3. Vanades schreibt:

    Marion Zimmer-Bradley hat einmal gesagt, es gibt nur drei Geschichten, die immer wieder erzählt werden: Mensch gegen Mensch, Mensch gegen sich selbst und Mensch gegen die Umwelt. Es ist also alles irgendwo schon mal dagewesen.

    Eschbach hat vielleicht schon recht, aber es besteht halt auch die Gefahr, dass Autoren sich dann zur stark von dem, was sie gelesen haben, beeinflussen lassen, weshalb es dann die 1001. Version von Tolkiens Elfen gibt. Da den Mittelweg zu finden ist wahrscheinlich die große Leistung.

    Ich denke, wichtig ist, dass Autoren überhaupt lesen. Egal was. Ich lese z.B. liebend gerne Krimis, kann mir aber nicht wirklich vorstellen einen zu schreiben, bzw. nur dann, wenn ich auch Fantasyelemente mit reinbringen kann.

    Von Charles de Lint kann ich besonders die Kurzgecshichtensammlungen empfehlen. Die haben mir immer besonders gut gefallen und sind ein guter Einstieg in seine Welt. Die Romane muss ich wirklich alle nochmal lesen.

    Bei Lois Bujold würde ich am Anfang anfangen, da die Bücher (die Vorkosigan-Saga) aufeinander aufbauen und sich immer wieder auf Sachen beziehen, die früher passiert sind. Manche kann man auch so lesen, z.B. Ethan of Athos, da sie eher Standalones sind. Die meisten Bücher handeln von Miles Vorkosigan, aber ich würde mit Shards of Honor beginnen, der Geschichte seiner Eltern. Ich liebe Cordelia Naismith :-).

  4. Petra schreibt:

    Ja, Tolkiens Elfen, Zwerge und Trolle … Ich glaube eher, dass in diesem Fall die Autoren auf der LOTR-Welle mitschwimmen wollten und bewusst Parallelen gezogen haben. Finde ich auch in Ordnung (auch wenn ich das nicht lesen mag). Letztendlich kommt es darauf an, dass man weiß, ob man imitiert oder ob man sich bewusste davon abgrenzen will.
    Ja, dass Autoren lesen, das ist überhaupt der wichtigste Punkt. Sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber ich fürchte, das ist nicht immer so.
    DeLint liegt schon in meinem Warenkorb, Shards of Honor scheint es nur noch gebraucht zu geben, da muss ich noch mal etwas nachforschen 🙂 Danke für die Tipps!

  5. Vanades schreibt:

    Ich finde, die Tolkien-Elfen/Zwerge&Co. sind inzwischen irgendwo ins gedankliche Gemeingut übergegangen und manche Autoren machen sie gar keine Gedanken über die Herkunft und sind sich dessen nicht bewusst. Ähnlich wie die Tatsache, dass viel Fantasy in einen pseudo-keltschem Mittelalter angesiedelt zu sein scheint. Ich lese gerade den Tough Guide to Fantasyland, da wird das einem erst recht deutlich.
    Ja, ich kenne auch den einen oder anderen Autor oder Möchtegernautor, der nicht liest, was mich immer wieder verblüfft. Ich merke eher, dass ich mehr schreibe, wenn ich viel lesen, wobei mir oft die Zeit für das eine oder das andere oder beides fehlt.
    Was von deLint hast Du im Warenkorb liegen?Ja, ich bin neugierig :-). Hm, notfalls könnte ich Dir Shards of Honor ausleihen. Vielleicht gibt es ja irgendwann eine Ebook-Ausgabe?
    Oder versuche es mal bei http://www.abebooks.de, da kann man manchmal gebrauchte Bücher gut finden.

  6. Petra schreibt:

    @Vanades: „Moonheart“ liegt im Warenkorb, aber noch ist nichts abgeschickt, wenn Du eine bessere Empfehlung hast 🙂 Bei abebooks bin ich auch unterwegs, da hatte ich aber noch nicht geschaut.
    Ja, die ebooks. Danach hatte ich natürlich auch gesucht, aber da ist nichts zu kriegen als epub. Schade, dass sie da so zurückhaltend sind …

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