Schreiben im April 2012 – Attacke!

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“. Nach den wöchentlichen Berichten zu Beginn des Jahres beschreibe ich jetzt den monatlichen Fortschritt.

Was lag an? Sonntag schreiben.

Was geschafft? 40 k Frakturen (Roman-Sonntag, morgens)
Es hat doch noch fast bis zur Monatsmitte gedauert, ehe ich wirklich was geschrieben habe. Warum? Ich hatte mich doch so drauf gefreut. Aber doch … weiter geplant, fühlte mich noch nicht so recht bereit. Als ich das Gefühl hatte, ich prokrastiniere nur, war Schluss damit. Hingesetzt, etwas rumgeeiert – und 5000 Zeichen geschrieben. Und es fühlte sich toll an 😀
Insgesamt habe ich aber das Gefühl, nicht viel geschafft zu haben. Aber der Anfang ist gemacht, jetzt kann ich wieder durchstarten.

Fazit? Wenn du schreiben willst, dann schreibe. Tue es einfach.

Textausschnitt: Woche 6, Sonntag, 30. Mai 2009, früher Morgen (Johannas Wohnung)

Ich starrte hinaus auf die Straßenlaterne, den Baum, sah eine leichte Spiegelung von mir selbst in der Scheibe. Das Rauschen des Wasserkochers füllte meinen Kopf aus, ich versuchte, es zu halten, doch die Gedanken flogen schon wieder durch meinen Kopf. Ich schlang die Arme um meinen Körper. Wieder spürte ich den Druck am Po und ich spannte die Muskeln an, und das Gefühl verschwand wieder. Doch die Bilder waren da, so schnell. Ich schloss die Augen, aber dann sah ich es nur um so deutlicher. Die Stange, die dunklen Brocken auf dem Boden, die Pfütze. Fühlte den Schmerz, die Scham. Die Verzweiflung.
Ich stöhnte auf, riss die Augen wieder auf. Ich wollte das nicht sehen, konnte das nicht ertragen, da immer dran zu denken. Immer erinnert zu werden. Ich zitterte schon wieder und ärgerte mich darüber. Ich konnte nichts, nicht mal mehr nachdenken.
Stockend holte ich Luft. Wie sollte ich jemals dahin kommen, dass ich nicht mehr dauernd daran denken musste? Wo sollte ich anfangen? Es war alles eine elende Scheiße. In meinem Kopf, in meinem Leben. Alles.
Aber ich wollte leben, so schmerzhaft das auch war. Ich wollte es. Ich zog die Lippe zwischen die Zähne, zuckte zusammen und zwang mich, sie wieder zu entlassen. Ich presste sie statt dessen aufeinander, zog die Arme noch enger um mich. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das machen sollte. Aber ich musste Matthias beweisen, dass ich nicht nur lebenswillig sondern auch lebensfähig war.
Ich lachte auf, ein kaltes, unangenehmes Geräusch. Wie sollte ich das machen? Ich kriegte ja schon eine Panikattacke, wenn ich nur daran dachte, mit Robert zu sprechen. Ich richtete mich abrupt wieder auf, starrte jetzt bewusst auf mein schwaches Spiegelbild.
Ich sah aus wie ein Gespenst, durchscheinend und schwach.

Wie geht es weiter? Sonntag weiter schreiben.

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2 Antworten zu Schreiben im April 2012 – Attacke!

  1. chefarzt schreibt:

    Fazit? Wenn du schreiben willst, dann schreibe. Tue es einfach ….

    Ja, so sollte das sein …. bin übrigens mal auf deine Enzyklopädie gespannt … irgendwann …

  2. Petra schreibt:

    @Cheffe: Manchmal ist das nicht so leicht mit dem Tun 😉 Und noch ist das Werk nicht dick genug, um damit Leute zu erschlagen um als Enzyklopädie durchzugehen. Aber ich arbeite dran 🙂

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