Schreiben im Juni 2012 – Staudamm

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“ und berichte hier monatlich über den Schreibfortschritt.

Was lag an? Roman-Sonntag weiter schreiben (Nachmittag).

Was geschafft? 86000 Zeichen Frakturen (Roman-Sonntag, morgens)
Die erste Monatshälfte ging gut voran, dann war terminbedingt Kreativität in anderen Bereichen angesagt, und die letzten eineinhalb Wochen habe ich nichts am Roman geschrieben, da meine Zeit gebunden war. Jetzt bin ich damit durch, jetzt muss ich mich wieder einlesen. Und dann weiter 🙂
Durch die Pause ist kein Gefühl für diesen Monat, deswegen gibt es mal kein echtes Fazit. Nur die Hoffnung, es jetzt wieder zügig weitergeht, wo sich alles wieder normalisiert.

Fazit? Pausen kommen immer mal vor, grämen darüber nützt nichts.

Textausschnitt: Woche 6, Sonntag, 30. Mai 2009, früher Nachmittag (Johannas Wohnung)

Ich drückte auf den Summer, froh dass Robert jetzt kam, und ich nicht mehr allein mit dem Chaos kämpfen musste. Ich holte tief Luft, wischte wieder über mein Gesicht. Immerhin hatte ich es geschafft, noch die Haare zu waschen und mich mit einem Lappen zu waschen, wenn schon nicht zu duschen. Ich seufzte auf, genervt, dass Selbstverständlichkeiten mir so viele Probleme machten. Wohin sollte das noch führen? Aber vielleicht war ich einfach nur zu ungeduldig mit mir selbst. Vor ein paar Tagen noch … ich schüttelte den Kopf.
Ich öffnete die Wohnungstür, trat in den Rahmen und lehnte mich an. Unten fiel die Haustür ins Schloss, dann hörte ich Roberts ungleiche Schritte, als er die Treppe hinauf kam. Mein Herz schlug schneller jetzt, und ich fragte mich, warum eigentlich? Weil ich mich auf ihn freute? Mich nach ihm sehnte? Auf Ablenkung hoffte und auf Verständnis? Seine warme Hand? Ich seufzte auf und stieß mich vom Rahmen ab. Er sollte nicht gleich schon denken, ich konnte nicht allein stehen.
Seine Schirmmütze erschien, dann die breiten Schultern. Mit gleichmäßigem Schritt kam er hinauf, fast bedächtig. Plötzlich konnte ich es nicht mehr erwarten, endlich sein Lächeln zu sehen, seine Hand an meiner zu spüren, die Wärme, die Zuneigung in seinen Augen. Sonst war er immer fast hinauf gelaufen, warum jetzt nicht?
Ungeduldig trat ich einen Schritt vor, stoppte dann aber. Was tat ich hier eigentlich? Rannte ihm quasi entgegen, konnte nicht erwarten, dass er schnell zu mir kam. Und gleichzeitig hatte ich mir vorgenommen, ohne ihn auszukommen? Ihn morgen nicht zu sehen? Sofort kamen all die Gedanken wieder, die ich heute morgen gewälzt hatte. Gedanken und das Gefühl, mich von ihm abhängig zu machen, mich zu sehr auf ihn zu verlassen. Dass ich auch etwas Abstand brauchte. Wie konnte man das alles gleichzeitig fühlen? Ich atmete stockend aus.
Es ging. Alles auf einmal.

Wie geht es weiter? Sonntag Nachmittag schreiben.

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