Schreiben im Oktober 2012 – Fahrt aufnehmen

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“ und berichte hier monatlich über den Schreibfortschritt.

Was lag an? Roman-Sonntag Nachmittag schreiben.

Was geschafft? 76000 Zeichen Frakturen (Roman-Sonntag, Nachmittag)
Das Einlesen hat sich ausgezahlt, denn es macht Lust auf Weiterschreiben. Das hat im Oktober nicht so regelmäßig geklappt, wie ich das gerne gehabt hätte, aber immerhin ging es stetig weiter. Ein guter Wiedereinstieg 🙂
Gleichzeitig kam aber auch das Gefühl auf, dass es jetzt mal schneller im Opus voran gehen muss. Das Roman-Pfingstwochenende (Freitag bis Sonntag) ist schon 1,3 Millionen Zeichen lang. Zugegeben, das sind sehr wichtige Tage für meine beiden Helden, aber zwischendurch fiel es mir schwer, mich zu erinnern, wann was genau passiert ist, einfach aus der Tatsache heraus, dass es so viel Text ist. Und so ist mein gewagtes Vorhaben, die epische Breite für den Roman-Pfingstmontag einzudämmen.

Fazit? Dranbleiben zahlt sich aus!

Textausschnitt: Woche 6, Sonntag, 30. Mai 2009, Nachmittag (Johannas Wohnung)

Ich konnte förmlich zusehen, wie Robert zurück trat und Doktor Hoffmann das Zepter übernahm. Auch wenn seine Finger noch die gleichen waren, jetzt waren sie medizinische Instrumente, mit denen er mein Knie untersuchte. Konzentration stand in seinem Gesicht, die Augen halb geschlossen, was ihm einen seltsamen Schlafzimmerblick verlieh. Wieso ist mir das im Krankenhaus nie aufgefallen? Oder war der Effekt nicht so stark, wenn er einen Kittel trug?
Es war unangenehm, wie er so drückte, obwohl das linke Knie nicht das war, das mir eigentlich weh tat. Ich achtete aber nicht wirklich darauf, was Robert machte, beobachtete nur seine grazilen Hände, das Spiel der Muskeln an seinen Unterarmen und die feinen Bewegungen in seinem Gesicht. Ob er das überhaupt merkte, wie sehr seine Augenbraue hin und her wanderte?
Er ließ seine Hand von meinem Knie sinken und sah auf. Der Schlafzimmerblick war verschwunden, wenn er mich so anschaute. „Das andere auch, bitte.“
Ich setzte meinen rechten Fuß neben den linken. Robert schob ungefragt das andere Hosenbein hoch, währen ich von meiner Seite aus zog. Wieder schauderte ich, weil jetzt die kalte Luft über meine beiden Bein strich. Robert brummte leise, als er mein rechtes Knie sah, und senkte wieder den Blick. Ich fragte ihn nicht, ich wusste, dass es blauer und dicker war als das andere. Außerdem war die Haut abgeschürft, das hatte ich unter der Dusche bemerkt.
Sorge stand jetzt wieder in dieser kleinen Falte zwischen Roberts Augenbrauen. Er legte beide Hände an das rechte Knie, drückte und tastete. Einmal schnaufte ich unwillkürlich, weil es mehr weh tat, was er anstellte, doch Robert machte einfach weiter und sah nicht einmal auf. Er legte schließlich eine Hand an jedes Knie, spiegelgleich und begann wieder von vorne. Doch schließlich entspannten sich seine Finger, und er strich nur noch sanft über beide Knie, als wollte er den Druck wieder von mir nehmen, den er gerade aufgebaut hatte.
Als er aufsah, war es wieder Robert, der mich anblickte. Er lächelte. 

Wie geht es weiter? Sonntag weiter schreiben.

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