Schreiben im Dezember 2012 – Flaute mit Ansage

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“ und berichte hier monatlich über den Schreibfortschritt.

Was lag an? Montag beenden.

Was geschafft? 28000 Zeichen Frakturen (Roman-Montag, Abend)
Nach dem Marathon im November ist einiges liegen geblieben (wie zum Beispiel Weihnachtsgeschenke kaufen …), und so war im Dezember eher wenig Textproduktion zu erwarten. Der Plan war, den Roman-Montag fertig zu bekommen. Es war knapp, aber ganz habe ich es nicht geschafft. Macht nicht, dann im Januar.

Fazit? Etwas Flaute nach NaNoWriMo ist zu verschmerzen.

Textausschnitt: Woche 7, Pfingstmontag, 01. Juni 2009, früher Nachmittag (Johannas
Wohnung)

„Zeigst du mir das Bild von gestern, was ihr gemacht habt?“, fragte Regina.
Ich nickte, klickte Roberts Mail an.
„Mein Gott, wann schreibt er dir denn Emails? Mitten in der Nacht?“
Ich zuckte nur die Achseln.
„War er gestern wieder so lange da?“
„Nein.“ Ich hatte ihn weg geschickt, ehe ich geschlafen hatte. Und es war schrecklich gewesen. So wie es heute schrecklich werden würde. Weil ich nicht weiter drüber sprechen wollte, klickte ich das Bild an. Ich hörte, wie Regina nach Luft schnappte, als sie es sah.
„Hanna!“, rief sie.
Ich betrachtete das Bild und musste ein bisschen lächeln. Roberts breite Brust mit dem Spiegelei auf der Schürze beanspruchte das halbe Bild, so kam es mir jedenfalls vor. Doch es war sein Gesicht, das meinen Blick anzog. So voller Freude, dass er mit mir dort stand in der Küche. Ich sah auf unsere Hände, und das Gefühl, wie er meine rechten Finger festhielt vorhin beim Spazieren gehen, war noch sehr lebendig in meinem Kopf. So wie auf diesem Bild. Ich seufzte leise auf. Es fühlte sich gut an, egal welche Hand er hielt. Und man sah sogar, wie ich seine Finger umfasste.
Regina legte eine Hand auf mein Bein, und ich sah zu ihr hin. Sie lächelte. „Das ist ein tolles Bild.“
Ich nickte, schaute dann wieder zurück auf den Schirm. Es war toll, weil es so deutlich zeigte, wie Robert sich freute. Weil er so strahlend und umwerfend aussah. Doch ich wusste, dass Regina nicht auf ihn schaute, sie sah mich an. Ich zwang den Blick in mein Gesicht. Und wirklich, so schlimm sah es nicht aus. Noch immer müde und irgendwie ausgezehrt, aber dieses leichte Lächeln machte es fast wieder gut. Nein, so schlimm war es nicht. Irgendwie hatte Robert das geschafft, in so kurzer Zeit. Mich von einem nicht lebensfähigen Wrack am Donnerstag aufzubauen, dass ich nur ein paar Tage später so ein Bild mit ihm machen konnte. Ich seufzte auf. „Wie macht er das?“
Regina drückte mein Bein. „Weil er dich gern hat.“
„Das ist das Warum“, versetzte ich. „Aber wie?“ Ich seufzte auf, sah sie an. „Du warst doch da, Freitag Morgen. Da konnte ich kaum allein duschen.“ War bei Matthias zusammengebrochen, dass er mich fast in die Klapse eingewiesen hätte. „Und gestern das da?“ Ich schüttelte den Kopf.
„Ach Hanna“, seufzte Regina. „Freu dich doch einfach darüber.“
„Tue ich ja, aber …“ Ich schüttelte den Kopf, und wieder kam das Gefühl in mir hoch, dass ich mich von Robert abhängig machte. Weil mein einigermaßen stabiler Zustand irgendwie an ihm hing. Wenn er mich fallen ließ, was würde dann passieren?

Wie geht es weiter? Montag beenden. Weiter mit Dienstag.

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