Schreiben im März 2013 – weiter mit Schwung

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“ und berichte hier monatlich über den Schreibfortschritt.

Was lag an? Grobplanung der drei Wochen beenden, die erste Woche in der Feinplanung abschließen. Dann weiter mit Schreiben (Dienstag).

Was geschafft? 38000 Zeichen Frakturen (Roman-Montag, Morgen)
Die Planung ging weiter, und langsam wurden meine Zettel zu voll:

2013 März Planung

Ich bin also auf ein Planungsfile umgestiegen (das war ja sowieso das Ziel), und am Ende hatte ich für die Romanwoche über 50000 Zeichen Planung getippt.
Aber der März neigte sich langsam dem Ende zu, und noch immer hatte ich keine weitere Szene getippt … Das ging mir so gegen den Strich, dass ich meinen Plan wieder umgestellt habe: als der Roman-Dienstag fertig geplant war, habe mit dem Schreiben losgelegt. Den anderen Tagen der Woche fehlt noch die Struktur (was wird Rückblende, was wird Szene). Aber das hat Zeit.
Insgesamt waren es jetzt 10 Wochen Schreibpause wegen Planung. Viel mehr als ich erwartet hatte, und ich bin so froh, dass es erst einmal vorbei ist!

Fazit? Das Schreiben an sich macht mir immer noch am meisten Spaß 🙂

Textausschnitt: Woche 7, Dienstag, 02. Juni 2009, früher Morgen (Johannas Wohnung)

Die Straßenlaterne warf gelbliches Licht auf die Blätter. Ein stetiger Wind hielt sie in Bewegung, und es kam mir so vor, als würden sie mir zuwinken. Ich lehnte gegen die Küchenablage und konnte meine Augen kaum offen halten, und doch wusste ich, dass ich niemals wieder würde einschlafen können. Ich hatte keine Ahnung, wie oft ich in der Nacht wach gewesen war, wie oft hoch geschreckt, nass geschwitzt und mit so trockenem Hals, als hätte ich geschrien.
Ich seufzte tief auf, wischte über mein Gesicht. Meine Augen fühlten sich verquollen an, als hätte ich die ganze Nacht nur geheult. Und vielleicht war es so.
Ich starrte wieder hinaus auf die winkenden Blätter, blinzelte gegen meine tränenden Augen. Es war noch nicht mal hell, gerade fünf Uhr. Noch früher als gestern. Die Kaffeemaschine röchelte kurz, und ich zog bewusst die Luft ein. Ich wusste noch genau, wie angenehm ich gestern den Duft des Kaffees empfunden hatte, aber heute stach er mir säuerlich in die Nase. Ich schüttelte den Kopf, nahm eine Tasse und goss mir ein.
Es macht mir Angst, an das Wochenende zurück zu denken. Beschämte mich. Was ich Robert, und auch Regina, alles zugemutet hatte. Wie hatte es so weit kommen können, dass ich so zusammenbrach? Dass Robert fast 24 Stunden am Tag nach mir sehen musste, weil ich allein nicht lebensfähig war? Ich erzitterte. Ich war ins Verderben gelaufen, weil ich das Elend nicht mehr ertragen konnte, und hatte dann einen Rückzieher gemacht. Und es dann Robert überlassen, mich wieder aufzubauen.
Wie oft hatte er tröstend meine Hand genommen und sie gestreichelt? So oft hatte ich heulend an ihn gelehnt, aufgelöst und fertig … Ich atmete zittrig ein. Allein der Gedanke an seinen ruhigen, tiefen Herzschlag zog meinen Magen zusammen. Vor Sehnsucht nach dieser Geborgenheit, wenn er seine Arme um mich legte und ich sein Herz hörte.
Ich schluckte gegen den Kloß in meinem Hals. Auch das machte mir Angst. Es ging einfach zu schnell, ich kam nicht mit. Und doch sehnte ich mich danach … Ich kniff die Lider zusammen. Alles ging nur durcheinander. Entweder ich fand es gut oder nicht, aber es schwankte mit jeder Minute, mit jeder Sekunde. Es machte mich wahnsinnig! Wenn Robert mein einziges Problem wäre … dann würde ich vielleicht das alles irgendwie begreifen können. Aber nicht so.
Denn Robert war mein kleinstes Problem.

Wie geht es weiter? Weiter am Dienstag schreiben.

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6 Antworten zu Schreiben im März 2013 – weiter mit Schwung

  1. Ménard schreibt:

    Ich fasse es nicht. Diese Zettelplanung ist ja… furchtbar. Bringt das wirklich was?

    • Petra schreibt:

      Hallo Ménard, willkommen auf meinem Blog 🙂
      Für mich war es die einzig richtige Methode, über die drei zu planenden Wochen die Übersicht zu behalten. Ich habe es erst mit einem linearen Word-File versucht, was mich mit dem ganzen Scrollen eher verrückt gemacht hat, als dass es mir geholfen hätte.
      Aber – der Zettelplan ist so gewachsen. Ich habe von den Eckpunkten aus gestartet und dann die kleineren Baustellen immer mehr dazu „gezettelt“. Bis zu dem Zeitpunkt, wo es dann unübersichtlich wurde, weil es a) zu voll und b) es zu viele kleine Punkte wurden. Dann bin ich wieder auf den Rechner umgestiegen. Aber ich habe immer wieder auf diesen Plan geschaut und dann gleich ins File eingetragen.
      Für andere Projekte mag es nicht funktionieren, aber für dieses war es genau richtig 😀

      • Ménard schreibt:

        Ich bin immer noch perplex. In der Regel mache ich gerade mal eine Timeline, mit ein paar Abzweigungen. Aber das da, an deiner Wand, ist ja ein ganzer Urwald.

  2. Petra schreibt:

    @Ménard: Für viele Stories mache ich das auch so, und da reicht es mir. Bei dieser nicht 😉

  3. katharinavhaderer schreibt:

    Woah, Hammer Foto! Und ich dachte, meine „Pläne“ wären schon aufwendig! 🙂 Da kann ich mir ja noch eine Scheibe abschneiden!
    Zum Text: Ein zarter, berührender Ausschnitt.

    • Petra schreibt:

      Hallo Katharina, willkommen auf meinem Blog und danke für die Blumen 🙂
      Ich glaube allerdings der Aufwand der Planung ist stark von der Story abhängig. Meine Geschichte hat sehr (sehr) viel Text, da kann ich einfach nicht alles behalten, was ich noch aufnehmen will / sollte. Also geht es mit in die Planung, damit ich es nicht vergesse. Und deswegen ist die so ausführlich. Für andere Projekte war es nicht so Klebchen-lastig 🙂
      Ich bin gespannt, was sich bei Dir tun wird!

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