Rebecca’s Lessons (5): Gefiltertes Erleben

Rebecca McClanahan schreibt in ihrem Buch „Word paiting“:

The use of needless filtering of the image through some observing consciousness depletes energy from the writing. Phrases such as „he noticed“ and „she felt“ may not only clutter your sentences unnecessarily but also distance the reader from the sensory image we’re trying to convey.

Wasser auf meine Mühlen!
Für mich ist das vor allem eine Frage der Perspektive. Wenn es sich um einen personalen Text handelt (der Leser sieht alles aus der Sicht der Erzählperson), dann sind solche Füllsel wie „dachte sie“, „bemerkte sie“ oder „hörte sie“ völlig überflüssig. Wer sonst sollte das denken, bemerken oder hören, als die Person, in der wir als Leser gerade stecken? Mich als Leser darauf aufmerksam zu machen, wer da etwas hört, zieht mich von der Erzählperspektive weg, schafft Distanz. Man kann sogar so weit gehen, das als Perspektivbruch zu sehen – schließlich würde die Erzählperson selbst niemals sagen: „Ich bemerke das gerade.“ Das ist die Stimme des Autors, und die will ich persönlich als Leser nicht im Text haben. Ich will eintauchen in eine fremde Person.

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