Schreiben im April 2013 – auf, ab und wieder auf

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“ und berichte hier monatlich über den Schreibfortschritt.

Was lag an? Weiter am Dienstag schreiben.

Was geschrieben? 35000 Zeichen Frakturen (Roman-Dienstag, Vormittag)
Der April startete schreibtechnisch lau mit dem Osterwochenende, gefolgt bei einem kleinen Hoch, das dann aber zu einer zweiwöchigen Pause führte, zu viel los in meinem Leben 😉
Im letzten Drittel war ich dann wieder im normalen Schreibrhythmus, und selbst die schwierige Szene von Johanna mit Matthias (ihrem Psychotherapeuten und Roberts Freund) lief dann ganz gut. Nach vier Wochen in Johannas Perspektive freue ich mich jetzt aber auch darauf, bald wieder mit Robert unterwegs zu sein 🙂

Fazit? Dieses Schreibprojekt ist wie ein altes Kleidungsstück, das ich auch nach Pause wieder gerne anziehe.
Ich weiß nur noch nicht, ob ich das so gut finde 😉

Textausschnitt: Woche 7, Dienstag, 02. Juni 2009, Mittag (Matthias Praxis)

Matthias ging zum Durchgang, der in den Wartebereich führte. Johanna saß auf dem Stuhl, auf dem sie immer saß, den Kopf gegen die Wand gelehnt. Ein Rucksack stand neben ihr. Sie hatte ihn nicht gehört, sie saß reglos. Sie sah noch immer mitgenommen aus, ausgelaugt irgendwie, aber nicht mehr so schlimm wie letzten Freitag. Sie hatte die Augen geschlossen, doch sie schlief nicht. Anspannung stand in ihrem Gesicht, eine steile Falte zwischen den Augenbrauen.
Dieses Mal hatte sie den Player nicht an, sie saß einfach starr da. Lautlos seufzte Matthias auf. Er sah fast die dunklen Gedanken hinter ihrer Stirn. Er war froh, dass Robert ihn vorgewarnt hatte, was die letzten Tage in Johanna vorgegangen war. Natürlich hatte Matthias in seinen Aufzeichnungen notiert, dass Johanna am Freitag einfach gegangen war, ihm nicht die Hand hatte geben wollen. Aber er hatte das nicht als problematisch gewertet.
Doch es war ein Problem, da brauchte er sie nur ansehen, selbst ohne die Informationen von Robert war es klar. Sie würden heute über nicht viel mehr sprechen können als darüber. Wenn es denn nach heute überhaupt weitere Termine geben würde.
Matthias machte einen weiteren Schritt, extra nicht leise. Johanna reagierte nicht auf das Geräusch, und so sprach er sie an: „Johanna?“
Sie schreckte auf, riss die Augen auf. Ihr Kopf ruckte in seine Richtung. Sie starrte ihn an, das dunkle Blau ihrer Augen kalt. Plötzlich musste Matthias an das Bild denken, das Robert ihm gestern gezeigt hatte, auf dem Johanna so ganz anders ausgesehen hatte. Da hatten ihre Augen Wärme ausgestrahlt.
Doch nicht jetzt. Jetzt waren sie eisig und unnachgiebig. Sie lächelte nicht.
Matthias hielt sein Gesicht ruhig und offen. „Hallo Johanna.“
Sie presste die Lippen aufeinander, antwortete nicht. Dann brach sie den Blick, hob Rucksack an und stand auf. Eckig sah es aus, unwillig, als wollte sie jetzt nicht hier sein.
Da sie nichts sagen würde, ging Matthias rasch an ihr vorbei und hielt ihr die Tür zum Therapiezimmer auf. Ehe er sich entschloss, ihr die Hand zum Gruß zu reichen, drückte sie sich schon an ihm vorbei, noch immer ohne ein Wort. Matthias hob eine Augenbraue, dann schloss er leise die Tür. Das würde interessant werden.

Wie geht es weiter? Weiter am Dienstag schreiben.

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