Schreiben im Juni 2013 – Autopilot

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“ und berichte hier monatlich über den Schreibfortschritt.

Was lag an? Den Dienstag beenden.

Was geschrieben? 88000 Zeichen Frakturen (Roman-Dienstag Abend, Mittwoch Morgen)
Der Juni lief gut, wenn es auch am Ende deutlich abschlaffte. Aber das macht nichts, es war ein guter Monat, wenn auch seltsam verschwommen in meinem Kopf. Wann habe ich diese Zeichen alle geschrieben?

Fazit? Keines, dieses Mal. Ein Monat auf Autopilot 😉

Textausschnitt: Woche 7, Dienstag, 02. Juni 2009, Abend (Johannas Wohnung)

Nah.
Robert hatte meine Hand von seinen beiden umschlossen, wärmte und rieb sie. Hielt sie fest.
So nah.
Ich spürte ihn neben mir, sein Bein gegen meines, seinen Oberkörper neben mir. Ich spürte seinen ruhigen Atem, mein linker Arm wiegte sich sanft auf und ab.
Zu nah.
Der Film plätscherte vor sich hin, doch ich konnte mich nicht darauf konzentrieren. Wir hatten schon ein paar Mal so gesessen, so eng beieinander, auf der Parkbank sogar, wo jeder es hatte sehen können. Da hatte es mich nicht gestört, da hatte es sich sicher angefühlt, wenn er so meine Hand gehalten hatte. Ich schloss die Augen, spürte dem Druck in meinem Innern nach. Wieso störte es mich jetzt? Warum konnte ich mich jetzt nicht entspannen? Er machte doch nichts anderes als sonst.
Ich kniff die Lider zusammen. Ich sehnte mich nach dem Gefühl der Sicherheit, die Robert mir gab, und gleichzeitig wollte ich sie nicht. Weil ich jetzt nicht mehr so labil war wie am Wochenende. Weil ich ihn jetzt nicht mehr als ständige Stütze brauchte. Weil ich wieder selbst zurecht kommen wollte.
Ich biss die Zähne aufeinander. Brauchte ich nicht? Wollte ich nicht? Oder redete ich mir das alles nur ein?
Wieder stieg die Scham in mir hoch, weil ich an das Wochenende denken musste. Was ich alles getan hatte, von Robert verlangt hatte. Was er mir willig gegeben hatte. Meine Hand zuckte, doch Robert hielt sie weiter fest, streichelte sie.
Ich war schwach gewesen, da war das in Ordnung. Man konnte sich fallen lassen, wenn es einem schlecht ging. Aber so war es nicht mehr. Ich war nicht mehr schwach. Ich konnte wieder allein zurecht kommen. Ich brauchte seine Fürsorge nicht mehr.
Etwas lachte in mir. Ich zuckte zusammen, doch es war nicht der Arsch, den ich hörte, es war meine eigene Stimme. „Lächerlich“, flüsterte sie.
Ich holte stockend Luft. Eben gerade erst war ich wieder aus der Toilette geflohen, weil ich es in dem Raum nicht mehr aushielt. Und ich glaubte, ich konnte allein zurecht kommen?
Wieder zog sich mein Magen zusammen. Weil ich gerade mit diesem Thema allein zurecht kommen musste. Weil ich nicht wollte, das irgend jemand davon erfuhr. Nicht Regina, nicht Matthias. Schon gar nicht Robert.
Er hielt noch immer meine Hand, streichelte sie, und noch immer war es mir unangenehm.
Zu nah.

Wie geht es weiter? Weiter am Mittwoch schreiben.

PS: Im Juli wird es wegen Urlaub kein Update geben, das nächste folgt dann im August 🙂

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Schreibfortschritt abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s