Schreiben im August 2013 – spärlicher Sommer

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“ und berichte hier monatlich über den Schreibfortschritt.

Was lag an? Den Mittwoch weiter schreiben..

Was geschrieben? 28000 Zeichen Frakturen (Roman-Mittwoch Mittag)
Der Juli war (fast) schreibfrei wegen Urlaub 🙂 Gegen Ende hatte ich dann aber wieder Zeit, mich einzulesen und schon ein paar Zeichen zu tippen. Viel hat dann der August allerdings nicht gebracht, zu viele Außentermine. Effektiv habe ich nur vier Tage gehabt, an denen ich schreiben konnte, und dafür sind 28000 gar nicht so schlecht 😉

Fazit? Sommer ist keine gute Schreibzeit, ich baue auf den Herbst 

Textausschnitt: Woche 7, Mittwoch, 03. Juni 2009, Mittag (Elisabeth Krankenhaus)

Lange hatte ich Robert nicht in seiner Krankenhauskluft gesehen. Wie anders er wirkte, wenn er diese weiße Hose trug und seinen Kittel. Fast wie ein anderer Mann. Doch sein Lächeln war das gleiche, und er strahlte, als er mich sah.
Ich lächelte, stand auf und sah ihm entgegen. Erst jetzt merkte ich, dass er die Hände voll hatte, zwei Pappbecker, und etwas klemmte noch unter seinem Arm. Dann roch ich auch den Kaffee. Mein Magen zog sich zusammen. Was sollte das? Das war hier doch kein Kaffeekränzchen! Doch dann fiel mir ein, dass Robert erst noch das CT ansehen musste, und ich hatte keine Ahnung, wie lange das dauern würde. Und plötzlich merkte ich, wie gut der Kaffee eigentlich duftete.
Robert lächelte breit, als er auf mich zu kam. Wie gut, dass der Gang leer war, es wäre jedem Blinden aufgefallen, dass er so sonst seine anderen Patienten nicht anlächelte.
„Hallo Johanna.“ Seine Stimme war samtig, so voller Freude.
„Hallo Robert“, sagte ich und ärgerte mich, dass es so förmlich klang.
Er streckte mir den einen Becher entgegen, ausgerechnet den mit der ganzen Milch drin. Doch ich nahm ihn, und Robert griff schnell in seine Tasche, holte den Schlüssel hervor und schloss den Raum auf. Er öffnete die Tür und bat mich hinein. Ich ging vor ihm, und schon war die Tür hinter uns geschlossen.
Sofort nahm er mir den Kaffee wieder ab, stellte beide Becher auf den Rand des Schreibtischs und legte die Papiertüte dazu. Dann wandte er sich um zu mir.
Sein Blick zog mir alles zusammen. So wohlwollend, so freundschaftlich. Ich wusste, was er tun würde, noch ehe er sich wirklich rührte. Und ich lächelte.
Ohne etwas zu sagen, hob er tatsächlich seine rechte Hand, drehte die Handfläche langsam nach oben und hob sie mir entgegen. Mein Magen war noch immer ein fester Knoten. Weil Robert mich so ansah, oder weil ich wusste, warum ich eigentlich hier war? Ich hatte keine Ahnung. Aber ich war froh, so unendlich froh, dass er da war, und dass er es sein würde, der mir alles erklärte und den Cast ab machte.
Ich hob meine linke Hand und legte sie in seine.

Wie geht es weiter? Weiter am Mittwoch schreiben.

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