Schreiben im Juni 2014 – Weiter im Takt

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“ und berichte hier über den Schreibfortschritt.

Was lag an? Woche 8/Montag zu Ende schreiben, den Dienstag anfangen.

Was geschrieben? 42000 Zeichen Frakturen (Roman-Montag und Dienstag Vormittag)
Auch der Juni brachte mir wieder Schreibpausen, aber immerhin ist jede Woche etwas Text entstanden, es gab keine langen Aussetzer. Doch es bleibt ein Ringen, mich morgens aufzuraffen. Aber ich komme voran, und das ist die Hauptsache.

Fazit? Keines. Routine.

Textausschnitt: Woche 8, Montag, 09. Juni 2009, Abend (Johannas Wohnung)

Ich sah von meinem Balkon hinab zu Robert und winkte. Ich hatte keinen Zweifel daran gehabt, dass er da unten stehen würde und hinaufsah. So viele Rituale schon, die wir hatten. Nach so kurzer Zeit. Und so, wie Robert grinste, war es ihm sehr wichtig. Und wieso auch nicht? Es störte ihn überhaupt nicht, wer ihn dabei beobachten könnte. Ich wünschte, ich hätte sein Selbstvertrauen.
Robert warf mir eine Kusshand zu. Ich lächelte, scheuchte ihn aber wieder davon. Er lachte, verbeugte sich wie eben auf der Treppe und wandte sich dann ab.
Ich trat von der Brüstung zurück, ging aber nicht in die Wohnung zurück, obwohl mich fröstelte. Ich verschränkte die Arme vor der Brust und blickte die Straße entlang. Es dauerte nicht lange, dann kam Robert wieder in Blick. Er ging zügig, das leichte Humpeln, was ich noch spürte, wenn ich seine Hand hielt, sah man so nicht mehr. Dafür fielen aus der Entfernung seine O-Beine umso mehr auf. Wenigstens etwas, das nicht so perfekt an ihm war.
Ich seufzte und zog mich noch einen kleinen Schritt weiter zurück, weil ich nicht wollte, dass Robert mich sah, sollte er sich noch mal umdrehen. Ich schauderte von der Kälte und ging doch nicht rein, den Blick weiter auf Robert gerichtet. Als könnte er mir noch etwas von seiner Wärme und Zuversicht abgeben, nur weil ich ihm nachsah.
Er erreichte das Ende meiner Straße, wo er abbiegen musste, wenn er nach Hause wollte. Er hielt an, wandte sich um und sein Blick suchte die Häuserreihe ab, bis er meinen Balkon fand. Er konnte mich nicht sehen, doch ich trat noch einen Schritt zurück. Einen Augenblick blieb Robert stehen und schaute, dann wandte er sich um und verschwand aus meinem Blickfeld.
Ich seufzte auf, drehte mich um und ging hinein. Ich schloss die Balkontür, schauderte wieder und setzte mich noch in der Fleecejacke aufs Sofa und zog die Decke über mich. Aber dann ließ ich mich doch zur Seite fallen und legte mich hin. Ich schloss die Augen, und der Abend huschte durch meinen Kopf. Die Bäume im Park, wie Robert auf der Bank saß und auf mich wartete, die Leute mit ihren Hunden. Aber mehr noch das Gefühl von Roberts Hand an meiner. Wie gut es sich anfühlte, wenn er sie hielt. Warm und sicher, weich und doch fest. Geborgen. Als ob sie an dem Platz wäre, wohin sie gehörte.
Mein Magen zog sich zusammen. Es war schön, aber es machte mir auch Angst. Angst, wohin das führen sollte. Denn es konnte nirgendwo hinführen.

Wie geht es weiter im Juli? Weiter mit dem Dienstag, ein paar schwierige Szenen stehen an …

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