Orson’s Lessons (2): viele Wege

Orson Scott Card schreibt in seinem Buch „How to write Science Fiction and Fantasy“:

There is no right way to come up with a story concept.

Meine erste Reaktion ist immer – schade. Denn irgendwie ist dieses „oh, mir wird nie wieder etwas einfallen“ mein ständiger Begleiter. Nicht, dass es jemals eingetreten wäre, aber das Gefühl ist immer da. Daher finde ich es schade, dass es keine Anleitung gibt, wie man es machen soll.

Aber es gibt auch keinen Weg, der falsch wäre :-) Und das bedeutet wiederum – wenn es mit Weg A nicht funktioniert, schmeiße nicht das Handtuch, es gibt noch Hunderte andere Wege, mit denen es vielleicht klappt.

Beruhigend.
Und doch auch schade ;-)

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Orson’s Lessons (1): Basis

Orson Scott Card schreibt in seinem Buch „How to write Science Fiction and Fantasy“:

The most complete definition [of SF&F] will come to you only one way [...]. You have to know everything ever published as speculative fiction or fantasy.

Nun ja, er gibt ein paar Sätze später zu, dass man über so einer Aufgabe versterben würde. Der Sinn darin ist allerdings nicht zu unterschätzen – man muss sein Metier kennen, in dem man schreiben und veröffentlichen will. Ein SF-Buch muss sich für den Leser wie ein SF-Buch anfühlen. Und dieses Gefühl bekommt man als Schreiberling nur durch das Lesen.
Etwas später gibt Mr. Card dann auch eine Auflistung von (aus seiner Sicht) lesenswerten Autoren. Da habe ich doch gleich mal geschaut, wen ich davon im Regal stehen habe:

  • „late great writers“
      • Alfred Bester – 2 Bücher
      • James Blish – 3 Bücher
      • Edgar Rice Burroughs – keines (Tarzan nur gesehen, nicht gelesen)
      • Robert Heinlein – mehr als 40 (ja, der ist mein Lieblingsautor :D )
      • Robert Howard – keines (Conan nur gesehen, nicht gelesen)
      • E.E. „Doc“ Smith – 1 Buch
      • J.R.R. Tolkien – 5 Bücher
  • „relatively young writers“
      • Larry Niven – 5 Bücher
      • Anne McCaffrey – 3 Bücher
      • Jack Chalker – keines
      • C.J. Cherryh – 10 Bücher
      • David Drake – 1 (ist aber ein halbes Sachbuch)
      • Octavia Butler – 7 Bücher
      • Roger Zelazny – 6 Bücher
  • „new writers“ (Vorsicht, das Buch ist von 1990!)
      • Charles de Lint – keines
      • William Gibson – keines
      • Lisa Goldstein – 1 Buch
      • James Patrick Kelly – keines
      • Megan Lindholm – keines
      • Pat Murphy – 2 Bücher
      • Pamela Sargent – 2 Bücher
      • Bruce Sterling – keines

Ja, das spiegelt es recht gut wieder :D Ich mag die klassische SF, Cyberpunk ist zum Beispiel nicht so mein Ding (daher keine Bücher von Gibson oder Sterling ;-) ).
Insgesamt sind es etwa 300 SF-Romane in meinem Regal (dazu noch etwa 120 Star Trek-Romane) und an die 150 Bücher Fantasy. Auch wenn ich davon nicht alle gelesen habe (geschweige denn mich an die genau erinnern kann, die ich gelesen habe in den letzten 25 Jahren) bin ich doch ganz gut gerüstet, was das Genre angeht.

Nur aktuell gelesen habe ich lange keinen Science Fiction. Hmm … Nachholbedarf! Aber was? Ideen sind hier sehr willkommen :-)

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Wiederentdeckt: How to write Science fiction and Fantasy

Wie meine letzte Wiederentdeckung (Plot von Ansen Dibell) habe ich auch dieses Buch schon lange (13 Jahre, um genau zu sein). Ich habe es damals verschlungen, nachdem ich „Character and Viewpoint“ gelesen hatte (auch von Orson Card).

Dibell lag seit Juli auf meinem Tisch, immer mal wieder eine Seite gelesen, doch der Funke sprang nicht über, vielleicht weil ich gerade nicht plotte. Ich kam nicht voran, und der Text hat mich nicht zum Nachdenken inspiriert. Statt dessen denke ich immer wieder daran, mal wieder SF zu schreiben. Also wanderte Dibell jetzt zurück ins Regal (die Zeit kommt bestimmt irgendwann für dieses tolle Buch), und habe statt dessen meine Bücher zur „speculative fiction“ durchgesehen, und so liegt jetzt Herr Card auf meinem Schreibtisch.

Auch dieses Buch enthält etliche Bleistift-Ausrufezeichen am Rand des Textes. Ich bin gespannt, ob es die gleiche Dinge sind, die mir jetzt merkenswert erscheinen.

Science Fiction ist meine erste Leidenschaft, was Bücher angeht, und irgendwie hoffe ich, dass das Buch den Funken wieder richtig entzündet :-)

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Schreiben im Dezember 2011 – Stückelarbeit

Ich arbeite kontinuierlich an meinem Projekt „Frakturen“. Nach den wöchentlichen Berichten zu Beginn des Jahres beschreibe ich jetzt den monatlichen Fortschritt.

Was lag an? Samstag zu Ende und dann doch endlich weiter planen, das ist im NaNo untergegangen.

Was geschafft? 58k Frakturen (Roman-Samstag).
Gut wie es im November ging, im Dezember zahlte ich den Preis. Vieles habe ich für den NaNo nach hinten geschoben, das musste irgendwann nachgeholt werden. Und so wurde der Dezember ein schlechter Schreibmonat und weiter geplant habe ich auch nicht (war ja auch nicht nötig, da es nicht voran ging ;-) ).
Gegen Ende wurde es jetzt so wenig schreibtechnisch, dass ich richtig Entzugserscheinungen kriegte. :-)

Fazit? Wenn das Schreiben nicht in den täglichen Ablauf passt, stockt es.

Textausschnitt: Woche 6, Samstag, 29. Mai 2009, Nachmittag (Johannas Wohnung)

Robert umfasste Johannas Finger. Sie hatte mit ihm gescherzt, ein wenig, aber spontan. Und es hatte Johanna so überrascht, dass die jetzt weinte. Aus Freude, hoffte er. Und weil es ihr Hoffnung machen würde.
Johanna klammerte sich an seine Finger. Langsam hob sie den Blick. Auch wenn Tränen aus ihre Augen liefen, sie sah gerade nicht verzweifelt und hoffnungslos aus, es war eindeutig Überraschung in ihrem Gesicht. Robert sagte nichts, zeigte ihr einfach seine Freude über diesen kleinen Scherz.
Alles in ihm drängte, sie in die Arme zu schließen und sie ganz fest halten. In ihr Ohr zu flüstern, wie sehr ihn das freute, dass es aufwärts ging. Sie hochzuheben und im Kreis zu drehen, bis sie vor Vergnügen quietschte. Doch er tat nichts davon, er hielt nur ihre Hände, strich mit seinen Daumen über ihre Finger und lächelte.
Johanna lächelte nicht, und ihre Lippen zitterten ein wenig. Noch immer stand die Ungläubigkeit in ihrem Blick, doch er sah auch etwas Freude darin.
„Und was jetzt, Hanna?“
Johanna reagierte nicht auf Reginas Einwurf, und Robert sah aus dem Augenwinkel, wie Regina sich zu ihnen umdrehte. Johanna musste es ebenfalls sehen, doch sie rührte sich nicht, sah ihn einfach weiter an.
Regina kam einen Schritt näher, und auch sie sah jetzt überrascht aus, sie beide hier so stehen zu sehen. Robert merkte, wie ihr Blick von ihren Gesichtern zu ihren Händen und zurück huschte.
„Hanna? Was …“ Regina verstummte.
Johannas machte keine Anstalten, ihn loszulassen, also sagte er leise, den Blick noch immer auf ihr Gesicht gerichtet: „Es ist gerade etwas Wundervolles passiert.“
Johannas Augen wurden wieder feucht, als er das sagte. Sie presste die Lippen aufeinander, doch sie brach den Blick mit ihm nicht.
„Ja?“ Regina schaute auf Johanna, die Stirn gerunzelt.
„Ja“, bestätigte Robert und strich über Johannas Finger. Er wollte es ihr überlassen, ihrer Freundin davon zu erzählen, doch Johanna sah ihn nur an, bewegte sich nicht. Robert war nicht sicher, ob er das weiter ausführen durfte, und so schwieg er.
Johanna holte stockend Luft, dann entspannte sich ihr Gesicht etwas. Und wieder lag ein kleines Lächeln um ihre Lippen. Sie drückte seine Finger zurück, dann ließ sie ihn los und wandte sich Regina zu.

Was geht es weiter? Samstag zu Ende und dann die Planung des restlichen Wochenendes.

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Rückblick – Augenblick – Ausblick

2011 habe ich mich schreiberisch viel im OP aufgehalten, meinen Protagonisten diverse Knochen flicken lassen und mich durch psychische Krisen meiner Figuren gekämpft. Insgesamt ist mein Projekt „Frakturen“ um gut 2 Millionen Zeichen gewachsen in 2011, etwa 1300 Taschenbuchseiten. Dabei auch der gewonnene NaNoWriMo im November mit allein 350.000 Zeichen.
Der Recherche-Höhepunkt war der Besuch beim Tag der Offenen Tür unseres neuen Klinikums, wo ich ein Hühnchen nähen und laparoskopisch ein Gummibärchen köpfen durfte.

Veröffentlicht habe ich einen Mini-Krimi in der Funk-Uhr, immer wieder eine tolle Sache.

Auch auf dem Blog hat sich einiges getan. Gut 100 Artikel, über 250 Kommentare. Defihausen hat sich leider aus der Blogwelt zurückgezogen, aber ich bin sicher, dort haben alle weiterhin ihren Spaß, auch wenn wir nicht hinsehen. Ob die unterirdischen Gänge schon wieder trocken sind?
Unübertroffen beim interaktiven Schreiben ist in diesem Jahr die Expedition in den Marianen-Graben. Long, long …

2011 war ein gutes Jahr, und es geht gerade zuende …
I
ch wünsche Euch ein gesundes, kreatives und ausgefülltes 2012!

Und was möchte ich für das Schreibjahr 2012? Ich hoffe, mit meinem Frakturen-Projekt zu einem Punkt zu kommen, an dem ich es aufhören kann. Ich habe Lust, mal wieder was anderes zu plotten und zu schreiben, doch das fällt mir schwer, solange ich so sehr in den „Frakturen“ stecke.
Auf dem Blog habe ich eine Zeitlang das Lesen meiner Schreibbücher kommentiert. Das möchte ich wieder aufnehmen.
Doch was auch immer ich mache – eines ist sicher. Spaß wird immer dabei sein :D

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Frohes Fest!

Von gemütlicher Vorweihnachtszeit war mal wieder nicht viel zu spüren, aber jetzt ist es so entspannt, dass ich noch keine Weihnachtspost geschickt, keine Emails geschrieben und keinen Blogeintrag gemacht habe. :-)

In diesem Sinne – ich wünsche allen Lesern ein geruhsames Weihnachtsfest!

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